Augsburg - Fuggerei

Die älteste Sozialsiedlung der Welt

 

Augsburg, die ehemalig drittgrößte und vor allem unter den Fuggern auch reichste Stadt des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation, ist einen Besuch wert. Neben vielen anderen Sehenswürdigkeiten ist vor allem die Fuggerei die Hauptattraktion. Die mehr als zweitausend Jahre alte Stadt gehört neben Trier und Kempten zu den ältesten Städten Deutschlands. Die Römergründung aus dem Jahr 15 v. Chr. am Zusammenfluss von Lech und Wertach hatte besonders im Zeitalter der Renaissance, des Rokoko und auch der Industrialisierung europaweite Bedeutung.  Berühmte Söhne dieser Stadt sind unter anderen der Handelsherr Jakob Fugger, der Komponist Leopold Mozart und der Schriftsteller Bert Brecht.

 

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Die Fuggerei ist ein Ensemble mit acht Gassen und sieben Toren, gewissermaßen eine "Stadt in der Stadt". Der Gebäudekomplex umfasst eine eigene Stadtmauer, eine Kirche und eigene bewachte Stadttore.

 

Die Fuggerei in Augsburg gilt als die älteste Sozialsiedlung der Welt und wird seit ihrem Bestehen ab Beginn der Neuzeit nur durch die "Fürstlich und Gräflich Fuggersche Stiftungs-Administration" finanziert.

     
     

 

Jakob Fugger der Reiche stiftete  im Jahr 1521 die Fuggerei als Wohnsiedlung für bedürftige Bürger Augsburgs. Der bekannteste Bewohner war Franz Mozart, Urgroßvater von W. A. Mozart.

 

Die Jahresmiete für eine Wohnung (Heizung nicht eingeschlossen) beträgt noch immer den Wert eines Rheinischen Gulden, umgerechnet € 0,88 und täglich drei Gebete für den Stifter.

     
     

 

Liebevoll gestaltet sind die kleinen Vorgärten, das Trinkwasser wurde früher durch Pumpbrunnen gewonnen.

 

Die Sonnenuhr am Südgiebel der Markuskirche erinnert an die für die Fugger bestimmende Kaufmannsdevise "Nütze die Zeit".

     
     

 

An vielen Stellen der Siedlung findet man Heiligenfiguren, vom Erzengel Michael bis zum Madonnenbild über dem Hauseingang. Nur Katholiken wurden in der Fuggerei aufgenommen.

 

Alle Wohnungen der Siedlung haben einen eigenen Eingang und die Mieter dadurch ihre Privatsphäre. Die Klingelzüge, um in der Nacht den richtigen Eingang zu finden, sind meist recht individuell gestaltet.

     
     

 

Im Fuggereimuseum, in einem letzten im Originalzustand erhaltenen Haus, kann man das Wohnen in früheren Zeiten sehen.

 

Das Wohnen in der für bedürftige Augsburger errichteten Reihenhaussiedlung hatte ursprünglich durchaus schlichten Charakter.

     
     

 

Im Weltkriegsbunker innerhalb der Siedlung werden Zerstörung und Wiederaufbau nach dem verheerenden Luftangriff dokumentiert. Es gibt eine Vielzahl von Exponaten, Texte, Photos, sowie Film- und Tondokumente.

 

Im Zweiten Weltkrieg wurde die Siedlung bei einem britischen Fliegerangriff in der Augsburger Bombennacht vom 25. auf den 26. Februar 1944 bei zwei Luftangriffen der Royal Air Force auf Augsburg zu etwa zwei Dritteln zerstört.

 

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