BUDAPEST

 

 

 

Abendstimmung in Budapest

 

Das historische Burgviertel von Buda, am rechten Donauufer, bietet barocke Idylle, das Leben allerdings pulsiert gegenüber in der Innenstadt von Pest. Seit dem Jahr 1849 sind jedoch mit der ersten festen Brücke, der Kettenbrücke, beide Stadthälften verbunden und die Anzahl der Brücken vermehrte sich ständig. Budapest ist nicht nur von den Magyaren geprägt, viele andere Völkerschaften drückten der Stadt ihren Stempel auf, wie die Türken und danach deutsche, italienische, serbische und jüdische Siedler. Als Wiener fühlt man sich in entspannenden Phasen wie zu Hause, die Achse Wien - Budapest aus der Monarchie ist noch an vielen Stellen gegenwärtig. Nach dem Aufblühen der Stadt seit dem Jahr 1989 machen sich jedoch jetzt (2009) die radikalen innerpolitischen Wirtschaftreformen und die gesamte Krise der Weltwirtschaft deutlich bemerkbar. Ein großer Teil der Bevölkerung von Budapest lebt unter der Armutsgrenze und, so wie auch in Wien, sieht man in der Innenstadt Bettler und am Abend viele Obdachlose in Hauseingängen oder auf Parkbänken schlafen.

Diese Seite will mit einigen wenigen, aber speziell ausgewählten Bildern und kurzen Kommentaren Lust machen, dieser Stadt einen Besuch abzustatten und kann keineswegs einen Reiseführer ersetzen. Für einen Kurzaufenthalt bei einem Erstbesuch kann vor allem der Reiseführer "DUMONT direkt, Budapest, Auflage 2006" sehr empfohlen werden, um die Highlights dieser Stadt auch notfalls innerhalb eines Tages zumindest kennenzulernen. Von der Stadtgrenze Wien durchgehend auf Autobahn bis Stadtgrenze Budapest braucht man bei durchschnittlicher Verkehrsdichte knappe zwei Stunden. Innerstädtisch ist oft hohes Verkehrsaufkommen, aber das Angebot an öffentlichen Verkehrsmitteln ist sehr gut. Eine Besichtigung des Burgberges und der Innenstadt von Pest ist jedoch auch gut zu Fuß machbar. Zur besseren Orientierung ist der Stadtplan Budapest sehr zu empfehlen.

Der Burgberg (Buda)

 

 

Der Burgberg wurde im Jahr 1987 zum Weltkulturerbe erklärt. Das Burgviertel ist sowohl eine Hauptattraktion für Touristen, als auch ein idyllischer Wohnbezirk. Die romantische Fischerbastei und die berühmte Matthiaskirche sind neben der Nationalgalerie die Hauptanziehungspunkte.

Burgberg

   
     

Im Jahr 1867 wurde der sogenannte Ausgleich zwischen Österreich und Ungarn feierlich besiegelt. Kaiser Franz Josef und seine Frau Elisabeth wurden hier zu König und Königin von Ungarn gekrönt. Die letzte Krönung wurde im Jahr 1916 vollzogen. Karl IV und seine Frau Zita bestiegen den ungarischen Thron.

 

   

Innerer Burghof

     

Die Brücken

 

 

Die Kettenbrücke, erbaut in den Jahren 1842 bis 1849 war die erste feste Verbindung zwischen Buda und Pest. Bis dahin trennte die Donau, vor allem im Winter, die beiden Stadtteile. An Wochenenden im Sommer ist die Brücke für den gesamten Autoverkehr gesperrt, und ein vielfältiges Kulturprogramm begeistert Touristen wie auch Einheimische.

Kettenbrücke

   
     

Weitere wichtige Brücken im zentralen Bereich von Budapest sind die Margaretenbrücke mit Zugang  zur Margareteninsel, einem Erholungsgebiet mit vielen Sportmöglichkeiten. Die Elisabethbrücke und die Freiheitsbrücke vermitteln den Zugang zum Jüdischen Viertel bzw. zur sehenswerten Großen Markthalle. Die Petöfibrücke ist für nicht Ortskundige die beste Zufahrt nach Pest und zum Oktogon bzw. Westbahnhof.

 

   

Kettenbrücke und Sankt-Stephans-Basilika

     

Das Zentrum (Pest)

 

 

Wie in Wien haben die Kaffeehäuser in Budapest eine alte Tradition. Das (hier nicht abgebildete) Café Gerbeaud, schon bestehend seit dem Jahr 1858, wurde im Jahr 1884 von einem aus Genf stammenden Konditormeister übernommen und zählt zu den bekanntesten, größten und auch teuersten Cafés in Budapest.

Café Centrál

   
     

Sympatischer aber ist das das Café Centrál. Es ist wesentlich kleiner und intimer und ist das stilvollste Café der Stadt. Das traditionsreiche Literatencafé, im Jahr 1887 gegründet, öffnete erst wieder im Jahr 2000, nach fünfzig Jahren Pause, auf das feinste renoviert, wieder seine Pforten. Auch Thomas Mann hat hier literarisch gearbeitet.

 

   

Café Centrál

     
 

Aufgrund von katastrophalen hyghienischen Bedingungen auf den städtischen Märkten wurden im Jahr 1896 mehrere Markthallen errichtet. Die größte ist die am östlichen Brückenkopf der Freiheitsbrücke. Man kann auch ab der Höhe der Elisabethbrücke durch eine sehr nette Fußgängerzone zur Markthalle schlendern.  

Große Markthalle

   
     

Die Große Halle ist noch eine Markthalle alten Stils. Der größte Budapester Markt unter einer luftigen Stahlkonstruktion ist gut mit dem Wiener "Naschmarkt" vergleichbar. Ebenerdig werden alle Formen von Lebensmittel angeboten, auf der oberen Etage auch Textilien, und es gibt Imbissstände und ein kleines Restaurant mit typisch ungarischen Schmankerln.

 

   

Große Markthalle

     
 

Was die musikalisch Szene betrifft, ist die Ungarische Staatsoper der absolute Höhepunkt. Der prachtvolle Musiksaal im Neorenaissancestil ist die zweitgrößte Bühne Europas. Kaiserin Elisabeth ("Sissi") hatte hier ihre eigene Loge. Gustaf Mahler als Chefdirigent verschaffte dem Opernhaus internationalen Ruf.

Ungarische Staatsoper

   
     

Der Westbahnhof am Großen Ring mit seiner beeindruckenden Glasfassade wurde in den späten 80er Jahren des 19. Jahrhunderts nach Plänen des Pariser Ingenieurbüros von Gustave Eiffel  gebaut. Die Bausubstanz ist jedoch bereits sehr renovierungsbedürftig. In altem Glanz erstrahlt nur die alte Kassenhalle.

 

   

Kassensaal des Westbahnhofs

     

 

Mit über dreitausend Plätzen wurde in den Jahren 1854 bis 1859 die damals größte Synagoge Europas geschaffen. Nach den Wirren und Zerstörungen in der Zeit des Nationalsozialismus wurden erst im Jahr 1996 die langwierigen Renovierungsarbeiten abgeschlossen. Der Begründer des modernen Zionismus, Theodor Herzl, hatte hier in unmittelbare Nähe seinen Wohnsitz.

Große Synagoge

   
     

Der überdimensionierte neogotische Palast ist  ein Spiegelbild des Nationalstolzes der Ungarn. Im Jahr 1885 mit dem Bau begonnen war das Vorhaben bei seiner Fertigstellung im Jahr 1902 das größte Parlamentsgebäude der Welt. Eine Besichtigung des Parlaments ist auf jeden Fall zu empfehlen.

 

   

Parlament

     

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