Eisenstadt

 

Willkommen in Eisenstadt an den Abhängen des Leithagebirges. Diese Seite will und kann nicht ein detaillierter und kompletter Führer durch diese Stadt sein. Diese Seite soll nur Vorinformationen bieten, Lust machen auf diese Stadt, die ihren provinzialen Charakter noch nicht verloren hat. Natürlich ist sie durch Eingemeindung umliegender Dörfer und Ausweitung der Industriegebiete flächenmäßig stark gewachsen, doch der alte urbane Kern ist, liebevoll gepflegt, der alte geblieben.

Das Wahrzeichen und bedeutendstes Kulturdenkmal des Burgenlandes in der Landeshauptstadt Eisenstadt ist das Schloss Esterházy. Im Königreich Ungarn war das Schloss Mittelpunkt des höfischen Lebens und Hauptwirkstätte des Komponisten Joseph Haydn. Der Haydnsaal ist einer der schönsten und akustisch besten Konzertsäle der Welt. Sehr schön auch der Schlosspark, in dem sich die Orangerie befindet.

Schloss Esterházy

 

Die von der ungarischen Adelsfamilie Kanizsei im 14. Jh. erbaute Wasserburg erhielt unter der Herrschaft des ungarischen Fürstenhauses Esterházy durch Umbau im 17. Jh. und weiteren Veränderungen um 1800 sein heutiges Aussehen als "Schloss Esterházy." Heute ist das Schloss Zentrum vieler kultureller Veranstaltungen. In den Räumlichkeiten der ehemaligen Stallungen gegenüber der Hauptfront kann man im Café Esterházy gepflegt mit Blick auf das Schloss gut entspannen.

Joseph Haydn wurde 1761 zum fürstlichen Hofkapellmeister bestellt, und sein Name ist ab dieser Zeit untrennbar mit Eisenstadt  verbunden. Mehr als vierzig Jahre stand er im Dienst des Fürstenhofes Esterházy und war maßgeblich an der Hochblüte des Kunstlebens in der zweiten Hälfte des 18. Jh. beteiligt. Wenige Jahre nach seiner Bestellung kaufte Joseph Haydn ein barockes Bürgerhaus in der heutigen Haydngasse (parallel oberhalb der jetzigen Fußgeherzone verlaufend), in dem er in den ersten zwölf Jahren seines Wirkens in Eisenstadt wohnte. Dieses ehemalige Wohnhaus, das sogenannte Haydn-Haus, beherbergt jetzt ein Haydn-Museum. Einrichtungsgegenstände und Originalinstrumente zusammen mit Erinnerungsstücken, Porträts, Handschriften sowie Erst- und Frühdrucken seiner Werke machen einen Rundgang in diesem Haus zu einem besonderen Erlebnis für Musikliebhaber.

 

Haydn-Haus

Mit Eisenstadt seit meiner Kindheit verbunden, als die jetzige Fußgängerzone noch Durchzugsstraße war und der Domplatz als Busbahnhof die Drehscheibe für den öffentlichen Verkehr des Nordburgenlandes, sehe ich die Veränderungen noch deutlicher. Am Weg zum Bahnhof ging man ab Höhe der jetzigen Neusiedlerstraße bereits nur mehr durch Weingärten, und auch die angrenzenden Dörfer waren noch nicht bis an die Stadt herangewachsen.

Schon in der Zeit der K&K Monarchie wurde Eisenstadt im Jahr 1897 an das Bahnnetz angeschlossen. Auch heute wird noch der Zugbetrieb in Zusammenarbeit mit der Raab-Ödenburg-Ebenfurter Eisenbahn durchgeführt. Die Zeit scheint stehen geblieben zu sein am Bahnhof Eisenstadt, man fühlt sich hier wie auf einem Lokalbahnhof, gewissermaßen auf dem Land.

Bahnhof Eisenstadt

 

Doch dies kann eines der letzten Bilder von dieser Idylle sein. Die Umbauarbeiten am Bahnhof haben bereits begonnen. Um 2010 soll Eisenstadt an ein modernes Bahnnetz angeschlossen werden. Für die vier hundertjährigen Bäume vor dem Bahnhofsgebäude in Eisenstadt hingegen ist die Zeit abgelaufen. Die Wurzeln der zwei Platanen, der Esche und des Trompetenbaumes haben sich angeblich soweit ausgebreitet, dass bereits die Bausubstanz des Gebäudes beschädigt wurde.  Die Österreichischen Bundesbahnen planen deshalb, diese Bäume zu entfernen.

Nachtrag: Knapp vor Allerheiligen 2006 wurden diese Bäume gefällt; die große Platane war kerngesund!

Die rege Bautätigkeit der Fürsten aus dem Haus Esterházy schlug sich auch  im Bau bzw. Wiederaufbau sakraler Bauten nieder. Es lohnt sich ein Spaziergang von der Bergkirche hinunter zur Spitalskirche, durch das jüdische Viertel, und dann vorbei beim Schloss zur Franziskanerkirche in der Haydngasse. Der krönende Abschluss ist sicherlich eine Besichtigung des Eisenstädter Doms.

 

Haydnkirche am Kalvarienberg

 

Gnadenkapelle am Kalvarienberg

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Der Kalvarienberg ist ein künstlich aus Steinen errichteter Hügel. Durch ihn führen Stiegen und dunkle Gänge an Nischen, Grotten und kleinen Kapellen vorbei, in denen die Leidensgeschichte Christi dargestellt wird. An der Ostseite befindet sich die Gnadenkapelle mit dem wundertätigen Gnadenbild, das jährlich von vielen Wallfahrern besucht wird.

 

Die Haydnkirche (Bergkirche) wurde in den Jahren 1715 - 1803 nach Plänen von Fürst Paul I. Esterházy errichtet. Der heute ausgebaute Teil stellt lediglich das Presbyterium der geplanten Riesenkirche dar. Auf der Empore steht die berühmte Haydnorgel aus dem Jahr 1797. Mehrere Messkompositionen wurden hier unter Leitung von Joseph Haydn uraufgeführt.

     
     

 

Spitalskirche

 

Spitalskirche

     

An der Südwestecke des Krankenhauses von  Eisenstadt steht die hochbarocke Spitalskirche, die dem Hl. Antonius geweiht ist. Stifter der Kirche war Fürst Anton Esterházy.

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Im Inneren der Kirche ist das Hauptaltarbild aus dem Jahr 1768 zu besichtigen. Hauptmotiv ist die Hl. Familie in einem kunstvoll geschnitzten Rahmen. Auch eine der Haydnorgeln befindet sich in dieser Kirche.

     
     

 

Franziskaner Kirche

 

Franziskaner Kirche

 

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Die Franziskanerkirche und das Kloster in der Haydngasse wurden Ende des 14. Jh. gegründet. Nach Zerstörung der Kirche durch die Türken im Jahr 1529 baute Graf Nikolaus Esterházy etwa hundert Jahre später die Kirche in barockem Stil aus den Ruinen wieder auf.

 

Im Inneren der Kirche befinden sich schöne Renaissancealtäre italienischer Meister und eine Haydnorgel aus dem 18. Jh. Ein weiteres Prunkstück ist die Rokokokanzel aus dem Jahr 1752, die Reliefs stellen die Fisch- und die Vogelpredigt des Hl. Franziskus dar.

     

 

 

 

 

Domkirche

 

Domkirche

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In einer Urkunde aus dem Jahr 1264 wurde die "Capella Sancti Martini" als Vorläuferkirche erwähnt. Die jetzige Kirche wurde um 1520 mit der Errichtung des Nordturms fertig gestellt. Der geplante Südturm wurde nicht gebaut.

 

Bei der Regotisierung im Jahr 1904 wurde das Chorgewölbe erneuert, wobei die Rundbogenfenster durch Spitzbogenfenster ersetzt und mit Glasmalereien versehen wurden. In den Jahren 2002/2003 erfolgten eine Neugestaltung des Domplatzes und eine neuerliche Renovierung der Kirche und des Innenraumes.

     

 

 

Durchgang zum Jüdischen Viertel

 

Jüdischer Friedhof

     

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Eisenstadt besaß im Mittelalter auf dem Gebiet des heutigen Burgenlandes wohl die einzige voll ausgebildete jüdische Gemeinde. Nach der Erlaubnis zur Rückkehr der 1671 aus Ungarn vertriebenen Juden kam es im selben Jahr zur Wiedererrichtung der Gemeinde Eisenstadt. Seit dem Jahr 1732 bildete das jüdische Viertel die selbstständige Gemeinde Unterberg-Eisenstadt. Die Säule mit der Kette, mit der die Juden am Schabbat das Viertel absperrten, um Ruhe zu gewährleisten, ist noch heute sichtbares Zeichen der politischen Autonomie.

Im Jüdischen Viertel

   

 

Die Gloriette wurde von Fürst Nikolaus II. Esterházy Anfang des 19. Jh. etwas oberhalb des Schlosses bereits im Waldbereich errichtet. Das Gebäude ist im Stil eines griechischen Tempels erbaut. Von seinem Säulenportikus führten Blockachsen zum Schloss und zur Stadt und auch zur Burg Forchtenstein. Jetzt beherbergt die Gloriette ein ganzjährig bewirtschaftetes Café-Restaurant, das für Abendbesuche sehr zu empfehlen ist.

Gloriette

 

Eisenstadt ist eine liebliche Stadt. Kenner dieser Stadt bezeichnen sie jedoch auch gerne als "Stadt mit dörflichem Charakter" oder als "Dorf mit städtischem Flair". Tatsache ist, dass diese Beamtenstadt - die meisten tagsüber hier arbeitenden Menschen wohnen nicht direkt in der Kernzone Eisenstadt - außerhalb von Touristen- und Veranstaltungszeiten sehr ruhig sein kann. Oft sind schon kurz nach 21 Uhr die "Gehsteige hinaufgeklappt" und das Angebot an Lokalen dürftig. 

An schönen Tagen jedoch ist die Fußgeherzone oft sogar überlaufen. Neben konzertanten Darbietungen, mit Schwerpunkt der Werke von Joseph Haydn im Schloss Esterházy, ist auch hier einiges los. Touristen schwärmen durch diese Einkaufsstraße und frequentieren die Straßencafés. Musikgruppen geben kleine Freiluftkonzerte, manchmal sind es sogar Studenten des Haydnkonservatoriums. Am Platz vor dem Rathaus gibt es regelmäßig Bauernmärkte und vor allem den traditionellen Adventmarkt.

 

Esterhàzyplatz mit Blick zum Dom

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Fussgängerzone

     

Nach Besichtigung des Schlosses Esterházy und eventuell einer kleinen Stärkung im Café Esterházy sollte man in aller Ruhe, mit Blick auf den Dom, die Fußgeherzone hinunterschlendern. Es ist, vor allem in der Sommerzeit, ein durchgehender "Schanigarten".

 

In der Fußgeherzone hinunter geht es in Richtung Hauptplatz von Eisenstadt. Der Name stammt schon aus der Zeit, in der die Stadt seine erste "Burg" bekam. Um 1380 wurde Eisenstadt als die starke, eherne, d.h. auch mit Eisen befestigte "Eysenstatt" erwähnt.

     

Im Zentrum der Fußgeherzone, am Hauptplatz, steht die Pestsäule. Sie wurde 1713 von der "Königlichen Freystatt Eysenstatt" errichtet. Dadurch wollte man sich die Befreiung von der Pest erbitten. Am Sockel befinden sich die Figuren des Hl. Rochus, Sebastian, Kajetan, Johannes von Nepomuk und der Hl. Rosalia. Darüber befindet sich eine Kartusche mit Stadtwappen.

Zu Füßen des Hl. Franziskus befindet sich eine steinerne Inschrifttafel mit beiderseits eingerollten Enden. Auf einer schlanken, korinthischen Säule, von Lorbeerzweigen umwunden, sieht man Gottvater und Gottsohn mit Krönung Marias, darüber schwebt der Hl. Geist.

 

Pestsäule in der Fussgeherzone

 
     
     

Rathaus Straßenfront

 

 

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Rathaus - mittlerer Erker

     

Nach der Erhebung zur königlichen Freistadt im Jahr 1648 wurde die Bausubstanz des Rathauses von 1560 umgebaut. Die architektonische Grundform dürfte aus der Frührenaissance stammen. Der einstöckige Bau, der an den Seiten zwei runde und in der Mitte einen rechteckigen Erker aufweist, wurde später barockisiert. Die 1926 entdeckten Wandmalereien dürften ebenfalls in der Frührenaissancezeit entstanden sein und wurden später dem Barock angepasst. Allegorischen Frauengestalten stellen die Kardinaltugenden dar.

 

Rechts vom Mittelerker sieht man biblische Szenen, am rechteckigen Erker Wappen der Freistadt und eine Sonnenuhr. Das Innere wurde wiederholt umgebaut. Die Renaissancedecke der Vorhalle stammt aus dem 17. Jh., die Sgraffitos des Sitzungssaales aus dem Jahr 1949. Im Zuge des Rathaus-Neubaus von 1999 bis 2001 wurde der historische Altbestand komplett saniert.

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