Emmysteig - Wassersteig

(Auf ruhigen Wegen vom Damböckhaus, über den Standplatz des ehemaligen Baumgartnerhauses zum Friedrich-Haller Haus auf der Knofeleben)

 

 

Nordwestlich des Waxriegels steht auf einer Almrasenfläche oberhalb eines umzäunten Wasserschutzgebietes das allseits beliebte Damböckhaus. Die Pächter Gisi und Willi Zottl verwöhnen ihre Gäste, das reichhaltige kulinarische Angebot kann ich aus Platzgründen nicht auf meiner Website anführen. Um dem riesigen Trubel, vor allem an Wochenenden, zu entgehen, ist es aber ratsam, sich auf "Schleichwegen" an das Haus heranzupirschen.

Damböckhaus

   
     

Eine Möglichkeit ist, von der Bergstation der Zahnradbahn beim Hotel vorbei, über den Kaisersteig mit wunderbarem Tiefblick in das Puchberger Becken hinüber zum Ausstieg des Herminensteiges zu gehen und von dort das Damböckhaus anzusteuern. Als Weiterweg ist der Emmysteig zu empfehlen, der nach Schließung des Baumgartnerhauses etwas in Vergessenheit geraten ist. Es sind nur knappe fünf Minuten auf dem Fahrweg zurück Richtung Bergstation, dann zweigt rechts in einem zuerst flachen Graben der etwas spärlich gelb markierte Steig ab. Allmählich wird es etwas steiler und felsiger.  

 
   

Oberer Teil des Emmysteiges

     
 

Über felsdurchsetzte Latschenfelder, zwar bisweilen recht steil, aber niemals ausgesetzt, turnt man sich im Mittelteil des Steiges hinunter Richtung Krumbachsattel.  In der Mittagshitze diesen Steig im Aufstieg zu begehen oder bei Feuchtigkeit oder Schneeauflage, ist nicht empfehlenswert! Der Emmysteig ist zwar wesentlich ruhiger und interessanter, aber zeitmäßig nicht unbedingt kürzer als der Fischersteig, der ebenfalls eine Abstiegsmöglichkeit Richtung Krumbachsattel darstellt.

Im Steilstück des Emmysteiges

   
     

Beim Abstieg hat man eine wunderbare Aussicht hinüber zum Krumbachstein, an dessen westlichen Abhängen der Wassersteig  in einem langen Linksbogen hinüber zum Hallerhaus führt. Die am Bild sichtbare Alpenfreundehütte unterhalb des Gipfels ist nur an Wochenenden einfach bewirtschaftet. Nach 35 - 45 Minuten Abstieg ab Damböckhaus hat man den Standplatz des ehemaligen Baumgartnerhauses erreicht.   

 
   

Blick vom Emmysteig  hinüber zum Krumbachstein

     

 

Dort wo der Emmysteig und der Fischersteig von der Hochfläche des Schneebergs am Ende der Kuhplacken zusammenkommen, wo man in Abstiegsrichtung rechts den Südlichen Grafensteig Richtung Kienthaler Hütte, links den Weg zu Haltestelle Baumgartner der Zahnradbahn und gerade hinunter zum Krumbachsattel gehen kann, sieht man noch heute Reste des einstigen Baumgartnerhauses. Der Holzmeister Georg Baumgartner erbaute im Jahr 1839 das "Alpenwirtshaus zum Baumgartner", das zwar bald abbrannte, aber schon 1842 stand den Schneebergtouristen ein gemauertes Haus zur Verfügung, welches im Laufe der Jahre immer mehr erweitert wurde. Aufstiege aus Kaiserbrunn und der Weg über die Eng wurden für die Touristen ausgebaut. Ab dem Jahr 1884 taucht der Name Kronich als Pächter auf, eine "Dynastie", die später am Ottohaus auf der Rax legendär wurde. In der Zeit zwischen den Weltkriegen florierte das Geschäft auf dem Baumgartnerhaus, in den 60er und 70er Jahren jedoch kam allmählich das Aus. Der allgemeine Geschäftsrückgang und die strengen Auflagen der Wasserrechtsbehörde in Bezug auf die Abwässerentsorgung bewirkten, dass das Haus vom ÖTC verkauft und im Jahre 1982 komplett abgetragen wurde.  

Baumgartnerhaus im Jahr 1885

   
     

Nach knappen 10 Minuten ist man schon unten am Krumbachsattel (Wegtafeln). Ein je nach Vegetationsperiode mehr oder minder leicht erkennbares Steiglein (rote Markierung) leitet rechts  hinunter in den oberen Krumbachgraben, dessen Aussehen sich aber nach dem lawinenreichen Winter 05/06 und den Stürmen des letzten Jahres stark verändert hat. Größtenteils über Wiesen und durch  Staudengelände wandernd kommt man zur Quelle.

 

 

 

Abstieg im oberen  Krumbachgraben

     

 

Grabenquerung

 

Blick hinüber zum Saugraben

     

 

 

Einige Minuten nach der Quelle sollte man nicht den Holzpfeil übersehen, der die Querung auf die andere Grabenseite anzeigt. Der Steig ist hier besonders stark verwachsen und  bisweilen auch recht feucht. Dann kommt das Auf und Ab hinüber zur Knofeleben.  Gegenüber beginnt der Steig wieder langsam zu steigen, und im lichten Nadelwald hat man an einigen Stellen einen guten Ausblick auf den Hochschneeberg und den Südlichen Grafensteig im Bereich des Saugrabens. In einem großen Linksbogen geht es Richtung Friedrich-Haller Haus.

     

 

Felsrippen am Wassersteig

 

Wandquerung mit kleiner Holzbrücke

Für die felsigen Passagen im Mittelteil ist Schwindelfreiheit und Trittsicherheit von Vorteil, auch wenn an manchen Stellen kurze Drahtseilversicherungen hängen. Die kleine Holzbrücke bei der Wandquerung sollte man mit Vorsicht und eher einzeln begehen, da der Zahn der Zeit schon an ihr genagt hat. Bei Feuchtigkeit oder Schneelage sollte der Steig nicht begangen werden. Nach einem letzten kurzen Aufstieg geht es endgültig, vorbei bei der Abzweigung zum Krumbachstein, hinunter zur Knofeleben.

Friedrich-Haller Haus - Knofeleben

 

Die "Wirtsleut" - Sabina und Vitsch

     

Nach einer Stunde ab dem Krumbachsattel "ist man bereits in Sicherheit". Sogar ein eigenes "Knofelebenbier" haben Sabina und Vitsch am Friedrich-Haller Haus anzubieten sowie Nepalesische und natürlich auch einheimische Köstlichkeiten wie Wildschweinschinken auf Stangensellerie, Pilzgerichte, Wildgerichte, speziellen Suppen, Braten vom wilden und zahmen Schwein und auch ganz bodenständige Schmankerln wie Blunzen, Käsespätzle oder geröstete Lammleber. Am besten man lässt sich noch einen guten Wein auftragen - die Chefin ist Weinfachfrau - und schläft gleich hier. Wer das nicht kann, Taxis gibt es hier nicht, muss noch einen etwa dreistündigen Abstieg über Alpleck, Ternitzerhütte und Hengsthütte nach Puchberg in Kauf nehmen.

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