Gahns

 über die Gahnsleiten, den "Vier Herren Sitz", die Bodenwiese und das Alpleck zum Friedrich-Haller Haus auf der Knofeleben

 

 

Aufbruch zu einer weiteren Erkundung des Gahns. An einem regnerischen Tag parken wir in Payerbach oberhalb des Schneedörfels knapp vor dem Forsthaus. Dieser Parkplatz an einem Waldrand hat etwa sechs Plätze und ist an Wochenenden, wenn man zu spät dran ist, oft bereits ausgelastet. Bitte auch zu beachten, dass wegen der Brandgefahr (vor allem im Herbst, wenn bereits Laub liegt) die Autos mit dem Auspuff zur Straße abgestellt werden müssen.

Parkplatz oberhalb des Schneedörfels

   
     

Von diesem Parkplatz geht es rechts noch auf einer asphaltierten Straße einige Minuten entlang von Blumenwiesen zum Forsthaus. Unmittelbar nach dem Forsthaus zweigen die Wege in die Eng,  zur Kammerwandgrotte und hinauf zur Waldburgangerhütte und  Bodenwiese ab. Rechts auf dem gelb markierten Weg (Abzweigung Kammerwandgrotte bleibt nach wenigen Minuten links liegen) zuerst gemächlich hinauf Richtung Gahnsleiten.

 
   

Blumenwiese am Weg zum Forsthaus

     
 

Der Steig zieht allmählich etwas steiler in längeren Schleifen, einige Male die Forststraße kreuzend, zu den Felsen hinauf. Ungefähr in der Höhe der Kammerwandgrotte benützt der Steig ca. 10 Minuten die Forststraße. Knapp bevor der Steig die Forststraße wieder nach links verlässt, kommt das Schlüsselerlebnis dieser Tour: eine Gams blockiert ungeniert unseren weiteren Aufstieg und macht keine Anstalten, den Weg freizugeben.

"Susi"

   
     

Nach einigen Photos mit dem Teleobjektiv gingen wir weiter und standen dann  überraschend auf "Tuchfühlung" mit dem zutraulichen Tier. Aufklärung brachte im nachhinein das Gespräch mit Sabina und Vitsch  auf dem  Friedrich-Haller Haus: Unten im Forsthaus sei als zugelaufenes Jungtier eine Gams vom Förster aufgezogen worden. Schon an Menschen und Haustiere gewöhnt, wurde, sicherheitshalber zum Schutz vor Jägern mit orangen Band am Ohr gekennzeichnet,  diese Gams namens Susi wieder in die Freiheit entlassen. Regelmäßig kehrte sie, oft von ihren Jungen begleitet, zu ihren Zieheltern zurück. Sie begleitete oft Wanderer und auch Tourenschigeher, die davon, dass sie ihnen fortlaufend auf den Schienden herumtrampelte, nicht allzu sehr begeistert waren. Besonders eindrucksvoll muss auch der Spaziergang im Hochwald gewesen sein, wo Wanderern ein allein laufender Jagdhund, gefolgt von einem zahmen Wildschwein und Susi im Stile der "Bremer Stadtmusikanten" entgegenkamen.

 
   

"Susi"

     

Heute wollte Susi jedoch nicht mit uns mitgehen. Wir bewunderten noch trotz des trüben Wetters gemeinsam  den Tiefblick nach Reichenau, Schloss Wartholz, die gesamte Prein und Teile der Rax. Nach der Abzweigung von der Forststraße, die dann noch zweimal gekreuzt wird, wird der Weg steiler und führt in Serpentinen einen Felsrücken hinauf in Richtung Saurüssel. An heißen Sommertagen kann dieser südseitig gelegene Anstieg mühsam sein (Getränke mitnehmen!).

 
   

Tiefblick nach Reichenau

 

 

Heute jedoch ist es kühl und bisweilen regnet es leicht. Der Steig führt durch lichten Hochwald, vorbei am "Vier Herren Sitz", hinauf auf einen Kamm südöstlich des Saurüssels. Nach einer kurzen fast ebenen Querung steht man schon auf der Schedwiese. Nun entweder auf der gelben Markierung weiter zur Waldburgangerhütte (nur am Wochenende geöffnet) oder  am linken Wiesenrand wenige Meter hinauf zu einer Forststraße, die rechts hinunter in zwei Kehren zur Bodenwiese führt. 

Abzweigung von der Forststraße

   
     

Kommt man von der Schedwiese über die Forststraße hinunter zum Waldrand, ist man überwältigt  von den Ausmaßen der Bodenwiese. Sie ist etwa 3,5 km lang und hat eine Breite von 300 bis 500 m. Bei einer Höhenlage von 1130 m hat sie eine Gesamtfläche von gut  90 Hektar. An die 130 Mutter- und Jungtiere werden meist Anfang Juni auf diese Sommerweide aufgetrieben, es gibt jedoch keine Milchwirtschaft.

 
   

Die Bodenwiese

     
 

Nach 2 - 2,5 Stunden Gehzeit ab Parkplatz  (ca. 700 Hm Auf- und 150 m Abstieg ab Schedwiese) ist die Halterhütte erreicht. Die Halterhütte befindet sich in der Mitte der Bodenwiese, wo man auch eine Rast einlegen kann. Hier trennt auch ein Korridor die Bodenwiese, ein Quellschutzgebiet mit einer Doline. Der "Hoida Hias" erzählt gerne von Sagen über die Bodenwiese, über seine Arbeit mit den Tieren und die Besonderheit dieser Landschaft.  

Die Halterhütte

   
     

 

Eine beschauliche Rast auf der Halterhütte in aus Baumstämmen gefertigten Liegestühlen bringt Erholung vor der nächsten Etappe der Gahns-Wanderung. 

 

Der Blick schweift über die gesamte Bodenwiese bis hinüber zu den höchsten Erhebungen des Schneeberggebietes. Auch im Winter ein ideales Gebiet für beschauliche Schitouren.  

     

 

Bei guter Sicht sieht man nicht nur das Gipfelkreuz des Waxriegels oberhalb der Bergstation der Zahnradbahn, sondern auch deutlich die Bahntrasse und die beiden Tunnels.

 

Die Bodenwiese ist auch gut erreichbar aus dem Rohrbachgraben, von der Ternitzerhütte, der Station Baumgartner und von Payerbach über die Waldburgangerhütte.

     

Abschied von der Bodenwiese. Quer durch das Quellschutzgebiet quert man auf die andere Seite. Hier trifft man auf eine blaue Markierung, die man in Richtung Alpleck weitergeht. Von rechts kommt der Weg vom Bürschhof, die Abzweigung zum Lakaboden lässt man links liegen. Am Alpleck (hier die Abzweigungen Richtung Krumbachsattel, Krumbachstein und Ternitzerhütte) führt links eine aussichtsreiche Forststraße zum Friedrich-Haller Haus. (1,5 St. ab Halterhütte)   

 
   

Abschied von der Bodenwiese (Quellschutzgebiet und Halterhütte)

     
 

Das Friedrich-Haller Haus ist das Ende der Wanderung. Am schönsten ist es, hier zu übernachten und erst man nächsten Tag abzusteigen. Vitsch sorgt für beste Infrastruktur auf der Hütte, Sabina für die gemütliche Ausstattung und als gelernte Gastronomin mit einem reichhaltigem Angebot für die optimale  kulinarische Betreuung. So kann man entspannt einen erlebnisreichen Tourentag vor oder in der Hütte ausklingen lassen.

Bei Sabina und Vitsch am Friedrich Haller Haus mit Hoida Hias

   

Abstieg:

a) Über Eng - Mariensteig ins Schneedörfl, zum Bhf. Payerbach oder nach Hirschwang (1,5 - 2,5 St.)

b) Über einen steilen Steig hinunter nach Kaiserbrunn (1,5 - 2 St.) und am Wasserleitungsweg zurück nach Hirschwang (1 St.)

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