Illiniza Norte 5 126 m      Juli 2002

 

Basislager "LaVirgen" am Fuß der Ilinizas

Um sich von Meereshöhe kommend an die Höhen Ecuadors (3 000 - bis über 6 000 m) anzupassen, sind nicht nur der Pasochoa (4 100 m) in der Nähe Quitos und der Corazon (4 700 m) mit etwa 1 700 Höhenmeter im Aufstieg passende Eingehberge. Die Ilinizas, der Südgipfel vergletschert und schwierig und der felsige "Iliniza Norte", sind ideale Vorbereitungstouren für die "Riesen" an der "Avenida de los Volcanos".

   
   

Bei einer kleinen Abendwanderung vom Basislager über die weiten Paramohänge hinauf auf etwa 4 200 m genießen wir nicht nur das herrliche Panorama und die Pracht der andinischen Flora, sondern auch den ungetrübten Blick zum ersten großen Ziel, dem gegenüberliegenden Cotopaxi. Wir folgen damit auch einem wesentlichen Grundsatz zu einer guten Höhenanpassung: "Gehe hoch und schlafe tief"!

   
   

Die ganze Nacht prasselte der Regen auf unsere Zelte, der Aufbruch verzögerte sich. Erst um 8 Uhr nehmen wir die 1 400 Höhenmeter in Angriff. Anfangs zeigte sich der Berg noch im Licht der Morgensonne, doch schon im Steilstück der Endmoräne, noch vor Erreichen der Hütte (Refugio Nuevos Horizontes), holen uns die Regen- und Graupelschauer wieder ein.

   
   

Nach einer kurzen Pause in der feuchten, ungemütlichen Hütte, im Sattel zwischen Süd- und Nordgipfel gelegen, geht es über glitschige Sand- und Geröllpassagen in der Nordwestflanke hinauf zum Felsgrat. Über brüchige und auch bereits vereiste Felsen erreichen wir dann überraschend schnell im dichten Nebel den Gipfel. Einige brüchige und leicht ausgesetzte Stellen können vor allem bei Eis- oder Schneeauflage für weniger Geübte den Gebrauch eines Kurzseils erfordern!

   
   

Der Abstieg über die sogenannte "Winterroute" verläuft über die im rechten Bildteil sichtbaren, gelben Sandhänge direkt in Richtung "La Virgen". Im oberen, sehr steilen Wandteil besteht große Steinschlaggefahr, im letzten Teil der Flanke ist darauf zu achten, rechtzeitig über einen der gut sichtbaren Pfade nach rechts zum Normalweg (Hüttenanstieg) zu queren.

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