Kephalonia

(Ionische Inseln)

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Siehe auch: Griechenland Routenkarte

 

Kephalonia - Traumbucht nördlich von Maganos - Blick zur Halbinsel Paliki
 

Die Ionischen Inseln vor der Westküste Griechenlands sind nach dem Ionischen Meer benannt, das in der Straße von Otranto zwischen Albanien und Apulien an das Adriatische Meer anschließt. Das Ionische Meer hingegen hat seinen Namen aus der griechischen Mythologie. Die junge, von Zeus begehrte Priesterin Io, von Hera in eine weiße Kuh verwandelt, hatte sich auf der Flucht vor einer Viehbremse in das Meer gestürzt, das nun ihren Namen trägt.

 
Kephalonia - Campingplatz Jerusalem bei Maganos
 

Die größeren  Ionischen Inseln, Kephalonia, Korfu, Lefkas und Zakinthos sind sehr rasch mit dem Flugzeug zu erreichen. Für Autofahrer ist die Anfahrt über Italien mit Fähren von Venedig, Ancona, Bari und Brindisi möglich. Als Ausgangspunkt unserer ausgedehnten Griechenlandrundreise wählen wir Igoumenitsa und fahren über Preveza (Unterwassertunnel) weiter nach Lefkas und mit der Fähre von Vasiliki nach Fiskardo auf Kephalonia.

 
Kephalonia - Zwiebelernte am Feigenbaum
 

Nach der doch recht langen Anreise gönnen wir uns einige Tage Aufenthalt auf der Insel, um uns auf Griechenland einstimmen zu können. Beim Baden in ruhigen Buchten und stressfreiem Herumsitzen in Tavernen mit Freunden, stellt sich bald  die "griechische" Gelassenheit ein. Hier im Nordteil der Insel ist auch im Gegensatz zum zentralen und südlichen Teil, vor allem im Juli, nichts von Touristenströmen zu bemerken, und das Wort Hektik gibt es offensichtlich nicht im griechischen Wortschatz.

 
Kephalonia - Bucht beim Camping Jerusalem
 

Kephalonia ist nicht nur die größte der Ionischen Inseln, sondern auch die ungewöhnlichste. Die Landschaftsformen sind vielfältig: dunkle Nadelwälder und tropische Gärten, wilde Felsküsten und seichte Buchten, märchenhafte Höhlen und ein immerhin 1628 m hoher Berg, der Enos in einem interessanten Nationalpark. Bergauf fließendes Wasser bei der Meerwassermühle in Argostoli, der jährliche Schlangenkult, der im Schilf versunkene "bodenlose" Avithossee, und die Stadt Sami als Hauptdrehort des Films "Captain Corellis Mandoline" sind nur Beispiele unzähliger weiterer Sehenswürdigkeiten.

 
Kephalonia - Zypressenwälder in der Ankerbucht bei Evreti
 

In einer ruhigen geschützten Bucht bei Evreti, wo die Zypressenwälder bis unmittelbar zum Meer herunterreichen, liegen die Ankerplätze von privaten kleineren Booten. Die zerklüftete Ostküste an der Nordspitze der Insel bietet auch ideale Lebensräume für die Mittelmeer-Mönchsrobben. Durch Touristen, die mit Motorbooten und Harpunen auf Jagd gehen, ist jedoch das Leben der Robben stark gestört. Wir starten hier mit dem Boot eines Freundes zu einer Erkundung Ithakas.

 
Überfahrt nach Ithaka
 

Das Beiboot im Schlepptau, geht es hinaus auf das Meer. Der Kanal von Ithaka ist meist durch die windgeschützte Lage auch mit kleineren Booten gut befahrbar. Das Wasser hat eine wunderbare Färbung und verlockt auch zum Baden. Für das Ablegemanöver hatten wir vom Chef des Bootes bereits eine ausführliche Einschulung erhalten, nun kommt bald das Anlegemanöver  in der Bucht von Stavros. Trotz unserer seemännischen Unkenntnis wird gut geankert und wir paddeln mit dem Beiboot an den Strand.

 
Ithaka
 

Das altgriechische Ithaka ist bekannt als Heimat des Odysseus, auch wenn neuere Forschungen und Interpretationen der Odyssee und ihres Autors Homer daran Zweifel hegen. Das kleine mit Macchien bedeckte Felseneiland ist nur 24 Kilometer lang, die wenig gegliederte und steile Westküste, mit einigen idyllischen, nur vom Meer her erreichbaren Badebuchten, läuft etwa parallel zur Ostküste Kephalonias und ist durch den ca. 2,5 Kilometer breiten Kanal von Ithaka von Kephalonia getrennt.

 
Ithaka - Hafenbucht Stavros
 

Obwohl Ithaki zu den vom modernen intensiven Fremdenverkehr nur wenig berührten Inseln zählt, genießt die Insel einen außergewöhnlich hohen Bekanntheitsgrad, bedingt durch den Mythos der bereits über zweieinhalb Jahrtausende alten homerischen "Odyssee". Odysseus, der König von Ithaka und Gemahl der Penelope, zeichnete sich besonders durch seinen Listenreichtum im Trojanischen Krieg aus, man denke an das Trojanische Pferd! Aber erst nach zehnjähriger abenteuerlicher Irrfahrt konnte der sagenumwobene Held nach Hause zurückkehren.

 
Ithaka - Tiefblick zur Bucht und zum Hafen Stavros
 

Die tatsächliche Heimat Odysseus ist jedoch bis heute umstritten geblieben. Vor allem die Insel Ithaki versucht natürlich mit einer Vielzahl von Hinweisen und Namensgebungen, so vor allem auch in Stavros mit einer Odysseusbüste, die Odyssee touristisch zu vermarkten. Es ist jedoch heute auch durchaus denkbar, dass das wahre antike Ithaka Homers auf der Insel Lefkas zu suchen ist. Das Fischerdorf Stavros auf der nördlichen Inselhälfte ist oberhalb des Polishafen des antiken Ithaka gelegen.

 
Ithaka - Stavros - Kakteenblüte
 

Wir sind auf Ithaki glücklich gelandet, und wir sind hungrig und durstig. Keine Maultiere oder Pickups sind zu sehen, die uns von der Hafenbucht hinauf in das Fischerdorf Stavros bringen könnten. In unzähligen Kehren über die glühende Asphaltstraße quälen wir uns zu Fuß mühsam aufwärts. Entlang der in der Hitze flimmernden Straße blühen Kakteen oder weniger schön, sieht man Großbaustellen von Hotelbauten. Auch auf Ithaki scheinen die beschaulichen Zeiten zu Ende zu gehen.

 
Ithaka - Taverne Polyphemus in Stavros
 

Nach einer halben Stunde hat das Leiden ein Ende. Schräg gegenüber der Kirche von Stavros, in der Odos Anogis, bietet das Gartenrestaurant Polyphemus in einem entzückenden, schattigen Gastgarten unter Olivenbäumen griechische Köstlichkeiten an: "Spetsofei" (hausgemachte Wurst in scharfer Sauce mit Pfefferoni), das venezianische "Savoro" (mit Rosmarin, Knoblauch, Essig und Korinthen marinierter Fisch), luftgetrockneten Tintenfisch und vieles mehr. Auch in der Getränkeauswahl bleibt kein Gaumen trocken.

 
Kephalonia - Der berühmte Strand von Mirtos
 

Dann heißt es allmählich Abschied zu nehmen von Kephalonia. Auf der Straße über Sami zum Fährhafen Poros kommen wir noch vorbei beim berühmten Strand von Mirtos, wo die Szene der Sprengung der Wassermine durch die italienische Besatzung im Film "Captain Corellis Mandoline" gedreht worden war. Mit der Fähre geht es weiter nach Killini, dann nach Olympia, zu den Tropfsteinhöhlen in Pirgos Dirou auf der Mani und zuletzt  durch das Tempe Tal wieder einmal hin zum Olymp.

        Führer:

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