Korfu

Symphonie in Grün

 

   

Korfu Stadt (Kerkyra) - Kloster Vlacherna

Nur etwas mehr als neunzig Minuten Flugzeit ist die nördlichste der Ionischen Inseln von Wien entfernt. Wird Kerkyra vom Meer, aus Süden kommend, angeflogen, kann man schon vom Flugzeug aus eines der Wahrzeichen der Stadt Korfu, das Kloster Vlacherna und die Insel Pondikonissi (Mäuseinsel) bewundern.

   

Stadt Korfu (Kerkyra) - Liston

Von den Franzosen im Empirestil erbaut, ist das so genannte Liston, Arkadengänge (Esplanade) mit fast immer voll besetzten Straßencafes, der Kern der Stadt. Nicht weit davon entfernt erhebt sich über den Dächern von Kerkyra die eindrucksvolle Alte Festung. Neben der auch von den Venezianern erbauten Neuen Festung sind sowohl der Markt als auch das Byzantinische und Archäologische Museum einen Besuch wert.

   

Die Geschichte der Insel

Schon Homer schildert Korfu als das sagenumwobene Scheria, die Heimat der Phäaken. Tatsächlich war die Insel eine immer stärker werdende Provinz Korinths. Nach langwierigen  innergriechischen Konflikten wurde sie ein Teil des Römischen Reiches. Nach den Wirren der Völkerwanderung hatte Byzanz  Mühe, die Insel gegen Slawen und Normannen zu verteidigen bzw. zurückzuerobern.

   

Danach war Korfu vier Jahrhunderte lang einer der wichtigsten Außenstützpunkte Venedigs. Das Osmanische Reich versuchte wiederholt Korfu zu erobern, doch die Dogen konnten sich trotz einer kurzfristigen Besetzung durch die Türken als Inselmacht behaupten. Erst 1797 fiel die Insel an Frankreich, wurde dann britisches Protektorat und zuletzt an Griechenland zurückgegeben. Im Zweiten Weltkrieg war auch Korfu nicht von massiven Luftangriffen und Fremdherrschaft verschont geblieben.

   
Achilleion

In der Hauptsaison total überlaufen, ist das im neoklassizistischen Stil erbaute Schloss südlich der  Hauptstadt. Kaiserin Elisabeth von Österreich, begeistert von der korfiotischen Landschaft, ließ von italienischen Architekten einen Palast mit Säulen, Terrassen und einem weitläufigen Park erbauen. Es gab auch einen Weg hinunter zur Küste, zur kaiserlichen Hafenanlegestelle.

   

Ein Besuch von "Sissis Märchenschloss" ist ein lohnender Ausflug zu einem der schönsten Plätze Korfus, jedoch nicht der Besuch eines Museums mit erlesenen Kunstwerken. Die Kaiserin erfüllte sich entsprechend dem Historismus jener Zeit einen großen Traum, schuf aber keine große Kunst. Schon 1892, im Jahr der Fertigstellung, war ihre Begeisterung verflogen. 1907 wurde das Schloss von Kaiser Franz Josef   an Kaiser Wilhelm II. verkauft.

   

Bergdorf

Das Inselinnere ist gebirgig, gegen Süden zu verflacht sich die die Insel. Rund hundert Kilometer ist nach Straßenkilometern die Länge der Insel, die Breite an der schmalsten Stelle im Süden etwa drei Kilometer. Die Hauptstraßen sind gut ausgebaut, auch die meisten Nebenstraßen sind asphaltiert. Mit einem Motorrad oder Roller sind die Steigungen im gebirgigen Teil gut zu bewältigen, auch Parkplatzsorgen in überfüllten Touristenzentren gibt es mit einspurigen Fahrzeugen keine.

   

Pantokrator

Der höchste Punkt Korfus liegt im Norden. Die einfachste Auffahrt bis zum Gipfel, der 906 Hm über dem Meer liegt, ist von Pyrgi an der Ipsos-Bucht über Spartilas und das urtümliche Bergdorf Strinilas. Kurz nach diesem Ort zweigt die Stichstraße auf den Pantokrater ab. Die bisweilen steile und sehr kurvenreiche Straße ist durchgehend asphaltiert; wenn das Motorrad etwas mehr Pferdestärken hat, ist es vor allem mit einem Beifahrer kein Nachteil.

   

Am höchsten Punkt steht das Pantokrater Kloster, das aus dem 17. Jahrhundert stammt. Die ehemalige einsam-idyllische Lage ist durch die Sendeanlagen, wobei die höchste mitten im Klosterbereich steht, einigermaßen beeinträchtigt. Die kleine Imbissstube beim Klostereingang lindert eventuell den Schock. Die Aussicht ist aber phantastisch: sie reicht von Albanien und das griechische Festland bis zur Südspitze der Insel, an besonders schönen Tagen kann man angeblich sogar die Küstenlinie Süditaliens sehen.

   
Lehmklippen bei Sidari

Im Nordwesten der Insel liegt Sidari. Hier trifft man vorwiegend auf englische Touristen und dementsprechend ist das Angebot der Restaurants und Bars überwiegend darauf ausgerichtet. Kein richtiger Sandstrand weit und breit, dafür aber eine sich durch das Meer ständig verändernde Steilwandküste mit dem sehenswerten Canal D'Amour (Um den Mann ihrer Wahl zu bekommen, muss eine Frau frühmorgens durch den Kanal schwimmen und an ihn denken!).

   
Westküste - Steilküste

Die Westküste bietet vielfältige Bademöglichkeiten. Zu den schönsten Stränden im nördlichen Bereich gelangt man mit dem Motorboot oder einem der angebotenen "Badeboote". Die Hauptbuchten hingegen sind aber in der Hauptsaison meist überlaufen. Ab Paleokastritsa über Ermones und Glyfada ist dann überhaupt keine Chance mehr auf ein ruhiges Plätzchen. Wer Sandstrand am Fuß von Dünen mag, kann jedoch viel weiter im Süden am langen Strand von Korrision an der Westküste baden wie im Paradies.

   

Ostküste bei Kouloura

Am Weg in den Nordteil der Insel erreicht man entlang der Ostküste auf der kurvenreichen Straße in den Abhängen des Pantokrators den dem Festland am nächsten liegenden Teil Korfus. Nach einigen touristischen Zentren wird es allmählich ruhiger, die Straße führt durch einige hoch am Hang liegende Bergdörfer (sogar mit Einbahnregelung durch Ampel) und dann über eine sechs Kilometer lange Stichstraße hinunter in die kleine Bucht von Agios Stefanos.

   

Agios Stefanos (Nordostküste) - Taverna Eucalyptus

Hier in der Bucht, am Kiesstrand Kerasia, macht offensichtlich die gehobene Schicht Urlaub. An den Ankerketten in der Bucht liegen ausnahmslos exklusive Jachten. Die Taverne ist, vor allem am Abend, von offensichtlich gut zahlenden Gästen überfüllt und die tagsüber am kleinen Kiesstrand liegenden Besucher gehören auch nicht zur Gruppe der Rucksacktouristen.

   

Kerasia - Strand bei der Taverna Eucalyptus

Am nördlichen Ende der Bucht, mit ihrem schmalen mit groben Schotter bedeckten Kiesstrand, zweigt ein kleiner Steig zu Felsbuchten ab. Abseits von Stränden, mit Liegen und Sonnenschirmen und lauten Tavernen im Hintergrund bis zum letzten Meter verbaut, ist es schön in einer einsamen Bucht im glasklaren, in allen Blau- und Grüntönen glitzernden  Wasser zu schwimmen, sich zu entspannen und auf das nur zwei Kilometer entfernte Albanien hinüberzublicken.

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