Leithagebirge 2

(Für Fortgeschrittene)

 

Im Gegensatz zu den leichten und übersichtlichen Wandermöglichkeiten zwischen Hornstein, Eisenstadt und dem Stotzinger Berg (Leitagebirge 1), ist der Weiterweg vom Wilder Jäger (Stotzinger Berg) hinüber zur Franz-Josefs-Warte bei der "Kaisereiche" schon etwas für "Fortgeschrittene". Außer einigen verwirrenden Forstwegen und Forststraßen gibt es zwar nur einen markierten Weg, der aber nicht sehr häufig von Touristen begangen wird und daher im Lauf des Sommers an einigen Stellen oft verwachsen ist. Eine gute Karte mitzuhaben erleichtert hier bei Problemen die Wegfindung. Es gibt mehrere zum Teil steile Auf- und Abstiege und vor allem im Sommer ist es sehr wichtig, genügend Getränke mitzuhaben. Die nächste Einkehrmöglichkeit ist erst nach ca. 3,5 bis 4 Stunden in der „Wüste“, bzw. in Hof am Leithaberge im Gasthof Arbachmühle. Wer noch mehr erleben will, wage sich ins Leithagebirge 3.

 

 

Nach Abmarsch vom Wilder Jäger, wo man sich vor dieser längeren Etappe unbedingt noch verköstigen sollte (Öffnungszeiten Wilder Jäger beachten!), verfolgt man (Hinweistafel Kaisereiche) einen breiten Forstweg, einige links abzweigende Schneisen negierend, bis zu einer in einen Baumstamm eingewachsenen Tafel. Wer hier gerade weitergeht, landet in St. Georgen!

Markanter Wegweiser Richtung Kaisereiche

   
     

Bei genannter Tafel zweigt die Markierung in einem rechten Winkel links ab. Über eine Schneise führt der markierte Weg, eine breite neue Forststraße kreuzend, hinauf auf einen Rücken. Oben angelangt, wieder im rechten Winkel nach rechts und den breiten, waldfreien  Rücken bergab ausgehend bis zu einer deutlichen Senke.

 

   

Hinauf zum "Rücken"

     

 

Nach dieser Senke (Bildmitte) taucht der Weg in den Wald ein. Meist an der Grenze zwischen Burgenland und Niederösterreich schlängelt sich der zum Teil enge und im Sommer auch oft verwachsene Pfad den Kamm entlang durch dichte Buchen- und Eichenwälder. Nach schneereichen Wintern ist bei Gräben und Mulden im Frühjahr mit deftigem Morast zu rechnen.

Entlang der Grenze Niederösterreich - Burgenland

   
     

 

Es ist ein ständiges Auf- und Absteigen aus feuchten Gräben wieder hinauf auf den Kamm, wo sich bisweilen der Blick zum Neusiedlersee öffnet. Heute begleitet uns der Wilde Jäger persönlich durch „seine Leithaberge“ und erzählt uns viel über Forstbewirtschaftung, über  die riesigen Buchen, Eichen und Kirschbäume, über den Wildbestand und die Geschichte dieses Gebirgszuges.

Ein ständiges Bergauf - Bergab

   
     

Schon einige Zeit hören wir Motorengeräusche, doch plötzlich stehen wir  überraschend schnell an der Bergstraße Hof - Donnerskirchen (2 Stunden ab Wilder Jäger). Hier links etwa 10 Minuten die Straße entlang zur Abzweigung Kaisereiche. Die Kaiser-Franz-Joseph Aussichtswarte auf der "Kaisereiche" (15 Min. ab Straße) ist der höchste Punkt des Leithagebirges in Niederösterreich. Von der Plattform bietet sich eine einmalige Rundsicht. Der Blick reicht bis zu den Hochalpen mit Hochwechsel und Schneeberg.

 

   

Franz-Josefs Warte (Kaisereiche)

     

 

Nach etwa einer Stunde Abstieg erreichen wir die „Wüste“. Der Name leitet sich von „Wüstung“, einer aufgelassenen Siedlung, ab und ist jetzt ein Naturpark. Zuerst stößt man auf eine Steinmauer und gelangt der Beschilderung folgend zur Ruine Scharfeneck, die wegen ihres Bewuchses von den Einheimischen meist „Efeuburg“ genannt wird. Ihre Ursprünge lassen sich bis in das 9. Jahrhundert zurückverfolgen.

Ruine Scharfeneck

   
     

Die mächtigen Reste des Bergfrieds der ehemaligen Burg zeugen von ihrer einstigen Bedeutung. Das Betreten der Ruine ist jedoch offiziell nicht gestattet. Deutlich sind noch die Gräben, Wehrmauern und die Anlage der Zugbrücke zu sehen. Auf dem von einer 4,5 km langen Mauer umschlossenen Areal sind auch restaurierte Relikte des Klosters, wie z.B. zwei Einsiedeleien, ein Eiskeller und ein Fischteich zu sehen.

 

   

Ruine Scharfeneck

     

 

Ein kleiner, steiler Pfad führt hinunter zum Weg Richtung Kloster St. Anna. In diesem Bereich ist im Frühling der Bärlauch flächendeckend anzutreffen. Der Name " Bär-Lauch" dürfte tatsächlich daher kommen, dass sich die Bären nach dem Winterschlaf, um ihre Schlacken loszuwerden und wieder auf Touren und Kraft zu kommen, den Bauch mit dem gesunden, verdauungsfördernden Kräutern vollgeschlagen haben. In den letzten zwanzig Jahren kommt jedoch auch in der gehobenen Gastronomie fast keine Speise im Frühjahr ohne Bärlauch aus.

Durch den Bärlauch

   
     

Vorbei an den verfallenen Einsiedeleien führt uns nun der Weg hinunter Richtung Kloster. Kurz nach dem Fischteich kommen wir zu einem kleinen Tierpark oberhalb des Klosters. Hier gibt es viele verschiedene, auch exotische Tiere, wie zum Beispiel Yaks zu sehen, die im zentralasiatischen Hochland und angrenzenden Ländern nach wie vor die Lebensgrundlage der dort lebenden Bergnomaden sichern.

 

   

Tierpark "In der Wüste" (Naturschutzgebiet)

 

 

Die „Unbeschuhten Karmeliter“ hatten im Jahr 1644 in dem damals noch abgelegenen Terrain eine Abtei errichtet, deren Kirche der hl. Anna geweiht war. Das Kloster wurde in den Türkenkriegen 1683 zerstört und wieder aufgebaut, im Jahre 1783 wurde es im Zuge der Klosterreform von Josef II. aufgelöst. Seit einigen Jahren bemüht man sich nun recht erfolgreich, die alten Gemäuer und die Kirche zu restaurieren.

Kloster St. Anna in der Wüste (Naturschutzgebiet)

   
 

Über die Allee führt das letzte Stück hinunter zum Parkplatz und zum Gasthof Arbachmühle oder vom Kloster direkt nach Hof am Leithaberge. Wer dort ein Auto geparkt hat, kann über Stotzing in ca. 15 Minuten zum Wilden Jäger zurückfahren. Wer nicht, muss dieselbe Strecke zurückgehen! Wir gehen zu viert: der Wilde Jäger (Mike), Petra, ich und ein Riesendurst!

Gesamtgehzeit (ohne Pausen): Wilder Jäger bis Wüste 3,5 bis 4 Stunden, zurück etwas mehr, da mehr Höhenmeter!

Viel Spaß im Leithagebirge!

 

   

Allee hinunter Richtung Hof am Leithaberge

     

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