Lido

Badestrand der Venezianer

 

 

Unseren Straßenbahnen, U-Bahnen und Schnellbahnen entsprechend verkehren in und um Venedig eine Summe von Vaporetto-Linien, Schnelllinien und auch Bummelboote. Sowohl direkt vom Bahnhof Santa Lucia als auch vom Markusplatz gibt es direkte Verbindungen zum Lido. Die Überfahrt dauert nicht lang und ist auch nicht langweilig. Besonders schön ist der Blick zu der in Fahrtrichtung rechts liegenden Isola di San Giorgo Maggiore mit Campanile und einer imposanten Kuppelkirche.

     

Bei der Querung des Canale di San Marco hinüber zum Lido kreuzt das Vaporetto die Fahrstraße der großen Fähren und Kreuzfahrtsschiffe, die von Lotsenbooten hinaus auf das offene Meer gezogen werden. Seit der Vertiefung der Schifffahrtsrinne für die großen Schiffe und vor allem für die Öltanker ändert sich auch der Wasserstand der Lagune. Bei Flut strömt daher viel mehr Wasser in die Lagune und sorgt bei entsprechender Wetterlage für massive Probleme.

 
     
 

Am Lido angekommen sieht man zurückblickend die Silhouette rund um den Markusplatz und an schönen Tagen dahinter die Alpenkette. Der Lido ist ein ca. zwölf Kilometer langer Sandstreifen zwischen Meer und Lagune und ist damit ein natürlicher Schutz vor dem offenem Meer der nördlichen Adria. Nur an drei Stellen ist dieser Schutzwall offen. Bei Flut und entsprechendem Wind, oft dem Schirokko, gibt es einen Rückstau in der der Lagune, das "Acqua alta". Dann wandern Touristen wie Einheimische auf Stegen über den Markusplatz.

     

Im Herbst ist es eher schon ruhig am Lido. Nur wenige Besucher verirren sich im Gegensatz zum Zentrum Markusplatz hierher. Nur die Spatzen werden sehr zutraulich und hoffen einige Krümel vom Panetone oder dem verspeisten Toast der einsam im Strandcafe sitzenden Besucher zu erhaschen. In der Hauptsaison ist der Lido total überlaufen, an den Stränden die üblichen Mehrfachreihen an Sonnenschirmen, Strandaktivitäten mit Discos und und Bars, so wie in Lignano, Caorle, Bibione und den anderen Badeorten der nördlichen Adria.

 
     
 

Einst war der Lido di Venezia Treffpunkt der Hautevolee aus ganz Europa. Adelige und reiche Bürger residierten in den Grandhotels und trafen sich morgens bei eleganten Badekabinen am Meer, um im milden Klima des Südens die kranken Lunge oder das dumpfe Gemüt auszukurieren. Viele Literaten haben in ihren Werken diese Stimmung eingefangen. Ab dem Ersten Weltkrieg wurde die Gesellschaft gemischter und ab den 50er und 60er Jahren war es dann aus mit der feudalen Atmosphäre. Moderne betonierte Wohnblocks und Hotels begannen das Bild des Lido zu dominieren.