Murano

Insel der Glasbläser

 

 

Die Insel Murano, vom Fondamente Nuove am Nordostrand Venedigs mit Vaporetto, vorbei an der Friedhofsinsel, in wenigen Minuten erreichbar, war bereits eine eigenständige Siedlung, bevor sich im 13. Jh. unter der Monopolstellung Venedigs eine florierende Glasproduktion entwickelte. Die Glasbläser Muranos waren eine angesehene Zunft, durften aber ihre Insel nicht verlassen. Die Kunst der weit gefragten Glasfertigung, aus Brandschutzgründen nach Murano ausgesiedelt, sollte nicht weitergetragen werden.

     

Als zu Beginn des 18. Jh. die Glasindustrie Böhmens mit härterem Glas, das sich schleifen ließ, als Konkurrent auftrat, rückte Murano infolge des Rückgangs der Glasmanufakturen für mehr als ein Jahrhundert völlig aus dem Blickfeld. Erst der Tourismus des 20. Jh. erweckte die Glasproduktion zu neuem Leben. Wie bei den textilen Produkten aus Burano, ist es jetzt  auch bei den Glaswaren aus Murano. Echtes Muranoglas ist nur in bestimmten Geschäften erhältlich und dementsprechend teuer, der Rest ist industriell gefertigter Kitsch.

 
     
     
 

Anders als Burano ist die Insel Murano stark an die große Schwester  Venedig angepasst. Es fehlt hier der dörfliche Charme, der noch in Burano, meiner Lieblingsinsel, zu spüren ist. Murano ist sehr stark kommerzialisiert, aufdringlich und durch die Nähe zu Venedig stark überlaufen. Es gibt nur noch bisweilen kleine Idyllen, wie den Gemüseverkauf von der Barke, kleine preisgünstige Tavernen und ruhige Winkel, aber vorbeifahren an dieser Insel sollte man trotzdem nicht.

Am Ende des Rio de Vetrai, des Kanals, der direkt von der Vaporettostation zum Canal Grande di Murano in das Herz der Inselstadt leitet,   steht isoliert ein markanter Glockenturm. Gegenüber befindet sich die Kirche San Pietro Martire, die der Doge Agostino Barbarigo in Auftrag gegeben hatte. Ein schlichter Ziegelsteinbau mit gut erhaltenem Renaissanceportal beherbergt ein Altarbild des bekannten Meisters Giovanni Bellinis. Über die Brücke über den Canal Grande di Murano ereicht man die Fondamenta Cavour. Auf dem Weiterweg nach der Brücke ist das Museo dell´ Arte sehenswert, das die hohe Kunst der Glasmanufaktur eindrucksvoll dokumentiert.

 
     
 

Die bekannteste Kirche Muranos ist die Basilika di Santa Maria e Donato aus dem 12. Jahrhundert mit einem farbenprächtigen Mosaikboden aus dem Jahr 1140 und dem freistehenden viereckigen Campanile. Sie war ehemals die Kathedrale der Bischöfe von Torcello und Murano. Ein absoluter Höhepunkt auf Murano jedoch ist der Besuch in einer der aktiven Glasmanufakturen, wo man Glasbläser bei der Arbeit beobachten kann. Auch wenn die gefertigten Produkte nicht jedermanns Sache sind, die handwerkliche Geschicklichkeit ist beeindruckend.