Ötscher ( 1893 m) - Normalweg

(Zustieg von Mitterbach/Gemeindealpe/Terzerhaus über Eisernen Herrgott, Feldwiesalm und Riffelsattel zum Ötscher Schutzhaus)

 

 

Schon vom Alpenvorland ist die markante Berggestalt des Ötschers gut sichtbar. Besonders eindrucksvoll sieht man jedoch den Berg bei der Anfahrt nach Mitterbach vom Josefsberg. Mit 1893 m ist der Ötscher der zweithöchste Gipfel Niederösterreichs. Der Name "Ötscher" ist slawischen Ursprungs und bedeutet "Vaterberg". Diesen Namen erhielt der Berg vermutlich aufgrund seiner die umgebende Landschaft dominierenden Gestalt.

Blick vom Josefsberg zum Ötscher

   
     

Natürlich ist die hier beschriebene etwa 3-4 stündige Wanderung zum Ötscher Schutzhaus ein Wandervorschlag, um überhaupt erst einmal zum Ötscher zu kommen. Der Normalweg beginnt dann beim Ötscher Schutzhaus, das auch direkt mit Sessellift von Lackenhof erreichbar ist, und führt in 1-1,5 St. auf den Gipfel. Für eine komplette Überschreitung des Ötschers mit Abstieg über den Rauhen Kamm, Ötschergräben bis zum Ötscherhias und Rückweg über Hagengut und entlang des Erlaufstausees bis Mitterbach Parkplatz Sessellift muss man mit etwa 8-10 Stunden reiner Gehzeit rechnen. Diese Überschreitung ist in der Gegenrichtung anstrengender und dauert um mindestens eine Stunde länger

 

 

 

Terzerhaus auf der Gemeindealpe (Klicke ins Bild)

     
 

Nach der Auffahrt von Mitterbach mit zwei Sektionen Sessellift auf die Gemeindealpe (1626 m) und einer kurzen Rast am Terzerhaus, beginne ich die Ötscher- Überschreitung mit einem Abstieg hinunter zum "Eisernen Herrgott". Der Anstieg zu Fuß zum Terzerhaus dauert ca. 1,5 St., man kann jedoch ab der Mittelstation, den Gipfelaufbau der Gemeindealpe umgehend, mit Zeitgewinn direkt in den Sattel vor dem "Eisernen Herrgott" queren.

Abstieg von der Gemeindealpe Richtung "Eisernen Herrgott"

   
     

Nach dem "Eisernen Herrgott", wo auch die Halterhütte steht, wo ich meinen 30. Geburtstag gefeiert hatte und auch bei meinen Schitouren Richtung Zellerein oft vorbeigekommen bin, stapfe ich weiter Richtung Feldwiesalm. Über idyllische Almböden mit zudringlichen Kühen, die meinen Rucksack durchstöbern, komme ich schon nach 1,5 St. ab Gemeindealpe zur im Sommer bewirtschafteten "Jausenstation Feldwiesalm".

 

   

Feldwiesalm Richtung Kleinen Ötscher

     

 

Nach der Feldwiesalm geht es noch kurz weiter über Almwiesen, dann aber beginnt für mich leider ein eher eintöniger Marsch auf Forstraßen. Bis hinüber an den Fuß des Kleinen Ötschers kann ich zwar etwas Tempo machen, aber das stetige Auf und Ab auf der alle Gräben ausschmierenden Forststraße nervt. Abwechslung bieten nur die Holzarbeiter, welche die Waldschäden der Stürme des letzten Winters aufarbeiten.

Holzwirtschaft entlang von eintönigen Forststraßen

   
     

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Querung unterhalb des Kleinen Ötschers

 

Riffelsattel mit Hütten Kogel

     

Endlich hat der scheinbar endlose "Forststraßenlauf" ein Ende. Jetzt steige ich schon wieder etwas fröhlicher zuerst durch Wald und dann auf felsigem Steig unterhalb des Kleinen Ötschers und oberhalb der Dirndlmäuer hinüber zum Nordostrücken des Kleinen Ötschers.

 

Nach einem kurzen Abstieg stehe ich am Riffelsattel. Hier gibt es auch die Möglichkeit, zum Spielbichler abzusteigen und über die Ötschergräben oder wesentlich eintöniger und vor allem länger über die Ötscherstraße Richtung Hagengut-Erlaufklause zu gelangen.

     

Nach etwas mehr als 3 Stunden ab Gemeindealpe erreiche ich das oetscherschutzhaus.at . Der Anstieg vom Riffelsattel über die Schipiste zur Hütte ( 20 Minuten) gehört auch nicht unbedingt zu den lohnendsten Etappen dieser Tour. Hier gebe ich mir die zweite Rast nach der Feldwiesalm. Durch den neben der Hütte endenden Sessellift von Lackenhof ist hier ob Sommer oder Winter Massentourismus angesagt. Trotzdem schmeckt das Bier, vielleicht auch deswegen, weil ich noch nicht ahne, wie lange diese Tagestour über Ötscher und Rauhen Kamm zurück nach Mitterbach noch dauern wird.

 
   

Ötscher Schutzhaus (Klicke ins Bild)

     
 

Natürlich strömen hier nach der Auffahrt mit dem Sessellift die Massen Richtung Gipfel. Der Anstieg führt zuerst über eine Blumenwiese hinauf zur Latschenzone. Dann steige ich weiter auf einem Rücken unterhalb der Wandabbrüche hinauf zum "Weißen Mäuerl". Es ist bereits felsiger geworden, und manche Sesselliftouristen mit ihren Sandalen bekommen die ersten Schwierigkeiten.

Ötscher Schutzhaus

   
     

Zuletzt wird es ein wenig flacher, bevor man dann die letzten Höhenmeter wieder etwas steiler hinauf zum Gipfelkreuz steigt. In 1 bis 1,5 Sunden ist jedoch bei gutem Wetter für fast Jedermann/frau dieser nicht allzu schwierige Anstieg zu schaffen. Die Massenansammlung am Gipfel bewegen mich sofort weiterzugehen, vorbei an der Höhenkote Richtung "Rauhen Kamm". Der Abstieg über diese Route ist jedoch eine wesentlich ernstere Sache.

 
   

Ötscher (1893 m)

Bei einer Variation beider Touren ( Ötscher-Normalweg und Ötscher-Rauher Kamm mit Ötschergräben) bzw. bei Durchführung als Tages-Einzeltour  muss man sich an Hand einer Karte das Abstellen eines zweiten PKW in Lackenhof, Wienerbruck, Erlaufklause beziehungsweise Mitterbach entsprechend überlegen. Zu empfehlen ist auf jeden Fall bei einer Übernachtung im gepflegten Ghf. Grabner (Gasthof zum Sessellift) in Mitterbach bei der Talstation der Sesselbahn auf die Gemeindealpe zu bleiben oder in rustikalerer Art, wie ich es zu halten pflege, am Campingplatz am Erlaufsee sein Zelt aufzuschlagen.

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