Olympia

(Geburtsstätte der Olympischen Spiele)

Siehe auch: Griechenland Routenkarte

Von Kephalonia kommend, mit der Fähre nach Killini, ist nun ein Besuch Olympias angesagt, bevor wir nach den Tropfsteinhöhlen von Pirgos Dirou wieder nach Norden fahren, um über das Tempe Tal zum Fuß des Olymp zu gelangen.

 

Zeustempel und Stadion aus der Vogelperspektive

 

Olympia, in der altgriechischen Landschaft Elis (südlich von Patras zwischen Pirgos und Krestena, etwa 15 Kilometer von der Westküste der Peloponnes entfernt) im von bewaldeten Rücken umrahmten Alpheiostal, war die Kultstätte des Zeus und der Hera. Von 776 v. Chr. bis 394. n. Chr. fanden dort alle vier Jahre die bedeutendsten Festspiele des Altertums statt. Die "Olympiaden", ursprünglich ein Zeuskult, wurden seit dem 4. Jh. v. Chr. zunehmend von Berufsathleten bestritten. Im sportlichen Mittelpunkt stand zuerst der Fünfkampf, später kamen Dauerlauf, Lauf mit Waffen, Wagenrennen und noch andere Bewerbe dazu.

 

Stadion von Olympia

 

Eingang zum Stadion

 

Im Jahr 1894 wurden von Pierre de Coubertin die Internationalen Olympischen Spiele ins Leben gerufen, die seit 1896 alle vier Jahre stattfinden. Nach den ursprünglichen Bestimmungen waren nur Amateure zur Teilnahme berechtigt. Der Veranstalter, das Internationale Olympische Komitee, vergibt nunmehr die Siegespreise nicht mehr in Form eines Lorbeerkranzes, die Sieger erhalten die "Olympischen Medaillen" in Gold, Silber oder Bronze.

 

Reste des Zeustempels von Olympia

 

Rekonstruierte Säule des Zeustempels von Olympia

 

Säulentrommeln des Zeustempels von Olympia

 

Nach dem Stadion ist natürlich der von vielen Erdbeben arg in Mitleidenschaft gezogene "Tempel des Olympischen Zeus", der ca. 460 v. Chr. erbaut wurde,  die Hauptattraktion des Ausgrabungsgeländes. Das gold-elfenbeinerne Sitzbild des Zeus, vom bekannten Bildhauer Phidias um 430 v. Chr. geschaffen, war das Kernstück des Tempels. In der ehemaligen Werkstatt des Phidias, nahe der frühchristlichen Basilika, wurden Reste von Gold, Elfenbeinsplitter und Werkzeuge des Künstlers gefunden.

 

Heratempel

 

Nördlich vom Zeustempel liegt der Tempel der Hera. Er ist einer der frühesten Tempelbauten Griechenlands, der ca. 600 v. Chr. erneuert wurde.  

 

Philippeion

 

Das Philippeion ist ein kunstvoller Rundbau im ionischen Stil mit korinthischen Säulen im Innenbau. Im seinem Innern waren fünf Statuen aus Gold und Elfenbein aufgestellt, die Philipp, Alexander und andere Mitglieder der mazedonischen Königsfamilie darstellten. Errichtet wurde der Bau zwischen 338 und 336 v. Christus. Die Ausgrabungen in Olympia wurden 1875 bis 1881 in Angriff genommen, aber erst 1952 wieder aufgenommen. Die Besichtigung der archäologischen Stätte ist immer wieder ein besonderes Erlebnis.

Wer über meine exemplarische Darstellung hinaus alles im Detail erkunden will, muss einerseits sich schon vorher entsprechend gründlich eingelesen haben oder zumindest vor Ort einen der sehr guten Führer erwerben und andererseits einen ganzen Schweiß treibenden Tag, oder besser sogar mehrere Tage in Olympia verbringen. Aber auch ein nur kürzerer Spaziergang durch die Ausgrabungsstätten in den kühlen Abendstunden lässt mit etwas Vorkenntnis das antike Griechenland vor dem geistigen Auge wiedererwachen.

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