Pirgos Dirou

(Tropfsteinhöhle auf der Mani - Peloponnes)

Siehe auch: Griechenland Routenkarte

Am Ende einer Stichstraße im Zentrum der Peloponnes

 

Nach Kephalonia und Olympia ging es zuerst flott weiter Richtung Süden, um am Rückweg Richtung Norden noch Zeit für das Tempe Tal und den Olymp zu haben. In Dimitsana, einer idyllisch gelegenen Bergstadt, war aber die "main road" wegen einer Motorsportveranstaltung gesperrt. Die Umleitung bescherte uns eine stundenlange Irrfahrt, die irgendwo am Berg in einem kleinen Nest inmitten einer Ziegenherde endete. Hier herrschte die völlige Abgeschiedenheit, und wir waren einigermaßen hilflos. Dieses Erlebnis wurde uns kurz nach unserer Rückkehr vom Urlaub wieder bewusst, als wir folgendes e-mail von einem Freund aus Griechenland erhielten:

(e- mail vom 21. Juli 2007) Probleme in Griechenland

"Es war heiß bei uns, aber dass es so heiß wird, haben wir nicht gedacht. Seit Tagen raucht es von allen Seiten auf uns zu. Wasserflugzeuge fliegen über den Olivengarten und Hubschrauber kreisen. Das Feuer kam bis auf knapp acht Kilometer heran. Ganze Dörfer verbrannten, hunderte von Häusern. Die Feuerwehren schützen hier nur die Dörfer, aber nicht die Häuser, die abseits stehen. Es ist nicht wie in Österreich, wo sofort nach zehn Minuten eine Feuerwehr kommt. Hier brennt es zwei Tage und keiner kommt, weil es brennt überall. In Griechenland hat es zur Zeit am Peloponnes an 76 Orten gebrannt, und sie schaffen es nicht mehr. Sie bitten Russland um Löschflugzeuge. Alles geht fürchterlich langsam und zäh, auch wenn Häuser brennen. Man ist wirklich sich selbst überlassen und man beginnt zu denken. Da hilft kein Telefon, kein Handy, weil die Telefonmasten brennen, und die Handymasten sind verschmort. Das Wasser ist aus und das bei 50 Grad. Die Hunde sind seltsam ruhig, als ob sie wüssten, was los ist. Die Autobahnen sind gesperrt, weil Rauch das Fahren unmöglich macht. Ich habe keine Angst, aber man sieht einmal, wie ausgeliefert man den Elementen ist, und man bekommt totalen Respekt vor der Natur. Ich habe vollgetankt, damit es für eine Flucht von 300 km reicht. Ich riskiere nichts, dazu lebe ich zu gut und zu gern, aber ich sehe, wie arm die anderen sind, und das ist schlimm und macht traurig."

 

Bucht unterhalb der Höhle von Pirgos Dirou

 

Nach den Irrfahrten des Vortages  fahren wir heute eine gemütliche Tour von Koroni (Besuch bei meinem griechischen Freund Kostas, der vor etwa 30 Jahren mit einer kleinen Taverne am Strand Peroulia/Kombi begann, und jetzt führt bereits sein älterer Sohn ein großes angebautes Hotel) über Kalamata nach Süden in die Mani. Nach Areopoli, der Stadt des Kriegsgottes Ares, sind es nur mehr wenige Kilometer bis zum  Dorf Pirgos Dirou. Von hier geht es gut beschildert hinunter zum Meer und der Tropfsteinhöhle.

 

Abfahrt in das unterirdische Labyrinth

 

Im antiken Griechenland wurde den Toten eine Münze mitgegeben, um Chairon, den Fährmann in die Unterwelt, bezahlen zu können. Dieser brachte sie dann über den Fluß Styx  in den Hades. Der Eingang zum Reich der Toten soll in der Nähe der Tropfsteinhöhle von Pirgos Dirou auf der Halbinsel Mani gelegen haben.

 
 

Die Tropfsteinhöhle von Pirgos Dirou ist sicherlich eine der schönsten und größten Europas, nur ein Teil davon ist touristisch erschlossen. Das Besondere an diesem Erlebnis ist die Tatsache, dass der größte Teil der Anlage nur mit  kleinen flachen Booten zu befahren ist.

 
 

Vom Bootsführer oft mit einem Paddel vom Höhlengrund oder den Wänden vorsichtig abstoßend perfekt gesteuert, gleitet das kleine Boot durch Kathedralen aus Stalagmiten und Stalaktiten. Faszinierende Farbspiele und bizarre Formationen erfreuen das Auge.

 
 

Alle Höhlenbesucher müssen eine Schwimmweste tragen  und einen Helm aufsetzen. Stellenweise ist es sehr eng in den Höhlen von Pirgos Dirou, und beim Photographieren und großen Staunen vergessen die Touristen oft den Kopf rechtzeitig einzuziehen.

 

 

Bereits im Jahr 1900 wurde dieses grandiose  Naturschauspiel entdeckt. Für Touristen wurde aber erst 1949 eine der drei großen Höhlen zugänglich gemacht. Bei weiteren Forschungen wurden in einer anderen Höhle auch Zeugnisse früherer menschlicher Besiedlung gefunden.

 

 

Auf der Fahrt durch das Höhlensystem werden neun Säle durchquert. Die Streckenlänge der Touristenroute ist etwa 1500 Meter und dauert eine halbe Stunde. Dann ist die Fahrstrecke zu Ende, man gibt die Schwimmweste wieder ab und stapft mit Helm hinauf zur Oberwelt.

 
 

Etwa zehn Höhenmeter sind bei der zehnminütigen Wanderung quer durch die bizarren Formationen der Tropfsteinhöhle noch zu durchwandern, bis man den Hades verlässt und an das gleißende Licht der Oberwelt gelangt. Schön ist es bei Rückfahrt zum Dorf Pirgos Dirou noch eine Taverne zu besuchen und bei Ouzo, Birra Mystos und eventuell knusprigen Souflakis auf das Meer zu schauen.

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