Triglav 2 864m  2004

Nord - Süd Überschreitung mit Siebenseental

Triglav, der "Dreiköpfige", ist höchster Berg der Julischen Alpen und Sloweniens. Ausgangspunkt für diese Überschreitung ist Mojstrana, von wo aus man durch das Vratatal nach 12 km Anfahrt mit Pkw zum Aljazev dom gelangt. Diese Schutzhütte liegt auf 1015 m und ist "Basislager" für alle Steige im Bereich der Nordwand (Plemenice Weg, Tominsek Weg und Prag Weg). Auf allen drei Wegen (es handelt sich dabei um leichte  bis schwierigere Klettersteige) kann man die 1850 Hm bis zum Gipfel in 5-6 Stunden bewältigen.

  Triglav Nordwand beim Aufbruch vom Aljazev dom

 
   

Aufstieg zum Triglavski dom über den Prag Weg

Nach zeitigem Aufbruch vom Aljazev dom in den Talschluß und in einem Linksbogen unterhalb der Quelle der Bistrica zu einer Grasterrasse. Über eine Felsrinne zu einem breiten Band und auf diesem weit nach links bis zum Prag.

             Blick vom Prag in das obere Vratatal

 
   

Der Prag, die "Schwelle" zum oberen Teil der Schlucht, ist gewissermaßen die Schlüsselstelle dieses Anstieges. Die etwa 15 m hohe Wand ist aber gut mit Tritten und Drahtseil gesichert.

Um einiges schwieriger und ausgesetzter ist der Tominsek Weg. Die dritte Route über den Nordwestgrat, der Plemenice oder frühere Bamberger Weg, ist vor allem die ersten Höhenmeter nach dem Luknja Sattel und auch an einigen Stellen im oberen Teil sehr  ausgesetzt und damit sicherlich der schwierigste und längste der drei Normalanstiege von der Nordseite.

   Der Prag(=Schwelle) am Weg zum Triglavski dom  
   

Nach der Prag Stelle, die auch "Bärenfels" genannt wird, schlängelt sich der Weg auf Felsbändern über einige gesicherte Unterbrechungen hinauf zu einer Schutthalde. Auf diesen Bändersystemen trifft man oft auf das Wappentier des Triglavgebietes, den Steinbock. Am oberen Rand der Schutthalde mündet von links der Tominsek Weg ein, knapp oberhalb tröpfelt eine spärliche Quelle. Bald hat man das Karrenplateau erreicht und steigt in ziemlich direkter Linie auf den breiten Gipfel der Kredarica zu, auf der das Triglavski dom steht.

  Aufstieg über das Karrenplateau zum Triglavski dom  
   

Alle Aufstiege auf den eigentlichen Triglavgipfel sind Klettersteige. Während früher vorwiegend nur Unmengen von Eisenstiften als Halte- und Tritthilfen vorhanden waren (daher auch der Spitzname "Stachelschwein" für den Triglav), sind jetzt viele Passagen mit neuen, durchgehenden Drahtseilen gesichert. Man kann auch von der Planika Hütte aufsteigen, am Kleinen Triglav vereinigt sich dieser Weg mit dem Hauptanstieg vom Triglavski dom und führt über den Verbindungsgrat auf den Hauptgipfel. Der Anstieg von Süden, von der Dolic Hütte, ist die dritte Möglichkeit.

         Der "Große Triglav" mit seinem Gipfelgrat  
   

Nach der verdienten Mittagsrast nehme ich die letzten 300 Hm in Angriff. Beim Übergang zum Gipfelaufbau des Kleinen Triglav sieht man rechter Hand die kümmerlichen Reste des Triglavgletschers. Der Einstieg ist gut markiert und der Steig windet sich geschickt in einem Rechtsbogen um den Kleinen Triglav herum und endet auf dessen Gipfel. Der Weiterweg über den Verbindungsgrat und der letzte Aufschwung zum Hauptgipfel ist gut gesichert. Knapp vor dem Gipfel gibt es eine kleine Höhle in der Südwand als Unterstand bei Schlechtwetter, ich jedoch ziehe noch vor dem drohenden Gewitter den schnellen Abstieg zur Dolic Hütte vor.

   Seilschaften beim Anstieg auf den "Kleinen Triglav"  
   

Trotz der doch anstrengenden 1850 Hm im Auf- und 600 Hm im Abstieg sehr gut ausgeschlafen, breche ich am folgenden Morgen gut ausgeruht sehr früh von der Trzaska koca (Dolic Hütte) auf. In wenigen Minuten eben hinüber zum Dolic Sattel, dann rechts haltend in einem weiten Rechtsbogen 200 Hm hinauf zum Hribarice Sattel. Nach Überquerung des gleichnamigen weitläufigen, wüstenähnlichen Karrenplateaus mit vielen Schneefeldern sieht man bereits hinunter in das Siebenseental. Die ersten Seen sind nur spärlich grün umrandet, ab dem Großen See (Nierensee) beginnt allmählich der Lärchenwald.

                 Das Hribarice Karrenplateau

 
   

Die Zwillingsseen bei der (Siebenseenhütte) liegen bereits im Waldbereich. Drei Stunden nach Aufbruch von der Dolic Hütte ist hier der ideale Platz für eine Rast. Die sogenannten "Sieben Seen" sind kleine Gletscher Seen bzw. Gumpen, die zwar nicht sehr groß sind, dafür aber sehr idyllisch im Talgrund, umgeben von reicher Flora, eingebettet liegen.  

            Zwillingssee bei der Siebenseenhütte  
   

Nach einem letzten Blick von der Koca pri Triglavskih jezerih (Siebenseenhütte) hinauf in das Obere Siebenseental führt mich der Abstieg über eine kurze Steilstufe hinunter in den unteren Teil des Tales und durch Mischwald flach hinaus zum letzten See und zur Komarca Felswand. Der härteste Teil der Überschreitung ist nun der etwas mehr als 1000 Hm steile Abstieg über einen versicherten Steig durch diese Felswand hinunter zum Bohinjsko Jezero (Wocheiner See). Bei der Koca pri Savici endet nach 5 Stunden der zweite Tag der Überschreitung des Triglav. Ab hier nur mehr 40 Minuten zum See und zum erfrischenden Bad.

              Rückblick in das Obere Siebenseental  
   
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