Venedig

Die Perle der Adria

 

 

Zu jeder Zeit ist Venedig eine Reise wert. In der Hochsaison von Mai bis Anfang November jedoch sind Hotels und Restaurants überfüllt und teuer. Die Vaporetti sind meist überlastet, und in den engen  Gassen stauen sich die Menschenmassen. Die eigentliche Wintersaison beginnt mit dem Carneval Ende Februar. Am Faschingsdienstag erreicht der Trubel seinen Höhepunkt. Schwarz gekleidete Männer und Frauen, ihr Gesicht hinter einer venezianischen Maske verborgen, ziehen durch die Straßen.

     

Alle Wege in der Lagunenstadt führen zur Piazza San Marco. Hat man sich irgendwo in entlegenen Winkeln der Stadt verlaufen, überall wird man einen der gelben Wegweiser finden, der die Orientierung wiederherstellt und die Richtung zum Bahnhof Santa Lucia, zur Rialtobrücke bzw. zum Markusplatz anzeigt. Über den Canale Grande fahren verschiedene Linien der Vaporetti, auch die kann man benützen, um zum schönsten, vor allem größten aller Plätze, den Markusplatz zu kommen.

 
     
 

Die bekannteste aller etwa vierhundert Brücken Venedigs ist die Rialtobrücke. Nachdem bei einem verheerenden Stadtbrand im 16. Jahrhundert die aus Holz gebaute Vorgängerbrücke den Flammen zum Opfer gefallen war, wurde die neue Rialtobrücke der noblen Umgebung mit ihren vornehmen Palästen entsprechend angepasst  und aus Stein errichtet. In einem eigenwilligen Bogen überspannt sie den Canale Grande und beherbergt in einem Bogengang zahlreiche Läden, die jetzt dem Souvenirverkauf dienen.

     

Am schönsten ist es jedoch, sich Venedig und dem Markusplatz vom Meer aus zu nähern. Es muss ja nicht ein Kreuzfahrtschiff sein, ein Vaporetto aus Richtung Lido tut es auch. Es gibt mehrere Anlegestellen der Linienboote beim Markusplatz, wo auch die Gondoliere ihre Dienste bisweilen recht aufdringlich anbieten. Dann jedoch geht es zu Fuß weiter, meist dichtgedrängt in den Menschenmassen und von tausenden Tauben umflattert zu den Sehenswürdigkeiten der Piazza San Marco.

 
     
 

Der Campanile ist das markanteste, da ja auch höchste Wahrzeichen der Stadt und bildet gewissermaßen einen Gegenpol zum riesigen Markusplatz und der ihn umgebenden eher breiten und wuchtigen Architektur. Der im 12. Jahrhundert erbaute Glockenturm stürzte im Jahr 1902 in sich zusammen, wurde aber nach den Originalplänen wieder errichtet. Bis fast an die Spitze des 98 m hohen Turmes kann man mit dem Lift fahren, nur ein paar Treppen sind zu Fuß zu bewältigen. Die Aussicht vom Turm ist bei entsprechendem Wetter fantastisch, von der Adria bis zum Alpenkamm und weit in die Poebene hinein reicht der Blick.

     

Die Basilica San Marco ist das  architektonische Juwel Venedigs. Diese Kreuzkuppelkirche aus dem 13. Jahrhundert enthält byzantinische, romanische und spätgotische Elemente, was das ästhetische Urteil mancher Kunstexperten nicht immer wohlwollend ausfielen ließ. Südlich der Markuskirche schließt der Dogenpalast an, das ehemalige Zentrum der Macht des Staates Venedig. Die luxuriöse Innenausstattung des Palastes und die Gefängnisse, die Piombi (Bleidächer), in denen auch ein gewisser Giacomo Girolamo Casanova einsaß, sollte man sich ansehen.

 
     
 

Der Torre dell`Orologio an der Nordostecke des Markusplatzes im Anschluss an die Procuratie Vecchie ist ein weiteres Wahrzeichen Venedigs. Auf dem Dach des Turmes schlagen zwei in Bronze gegossene Mohren mit Hammerschlag jede neue volle Stunde ein. Die unter dem geflügelten venezianischen Löwen und der Statue der Gottesmutter befindliche Turmuhr hat ein vergoldetes Zifferblatt, der Uhrturm zeigt auch neben dem Lauf der Sonne und der Bahn des Mondes die Tierkreiszeichen an. Die Terrasse des Torre dell`Orologio ist für Besucher geöffnet und bietet einen grandiosen Rundblick über den Markusplatz und die Dächer Venedigs.

     

Der Canale Grande, der sich wie ein Fragezeichen in zwei großen Bögen durch Venedig windet, ist die schönste und prachtvollste Hauptstraße aller Städte der Welt. Entlang dieser Wasserstraße, die nur auf drei Brücken zu überqueren ist, stehen die "Eitelkeiten" der Architektur, die großen Paläste Venedigs. Von der Station Markusplatz bis zum Bahnhof Santa Lucia braucht das Vaporetto der Linie 1 etwa 40 - 50 Minuten und der Tourist einen guten Spezialführer, um alle bekannten "Palazzi" ausnehmen zu können.

 
     
 

Die Basilika Santa Maria della Salute, die schönste Barockkirche Venedigs an der Spitze Dorsoduros, ist eine weithin sichtbare, imposante Kirche. Sie wurde als Dank an die Gottesmutter nach Erlöschen der großen Pest im Jahr 1630 erbaut. Ihre sehenswerte, große Kuppel und auch einige Teile im Innern sind wie auch andere Sehenswürdigkeiten Venedigs leider aufgrund Restaurationsarbeiten durch Gerüste dem Photographen nicht zugänglich. Kunsthistorisch ist die Gestaltung des Innenraumes ein Leckerbissen für Kunstliebhaber, Deckengemälde und auch andere Werke von Tizian, sowie Gemälde von Bellini und Tintoretto.

     

Dann heißt es wieder Abschied nehmen von Venedig. Gerne schlendert man durch ruhigere Viertel, abseits von den großen Touristenströmen, entlang von kleineren Kanälen, wo nur Gondeln oder Taxiboote fahren, oder auch eine Barke mit Frischgemüse vor einem kleinen Markt angelegt hat, zurück in Richtung Hotel. In einer kleinen Trattoria kann man dann entspannt zu günstigen Preisen sein letztes Abendmahl in Venedig einnehmen und mit einem Glas Rotwein und einem Grappa den Tag ausklingen lassen.