Wien 3 - Das Grüne Wien

Der Wienerwald - Die "Grüne Lunge" Wiens

Weitwanderung vom Kahlenbergerdorf über Leopoldsberg und Kahlenberg, Hermannskogel, Sophienalpe und Schottenhof bis Hütteldorf und weiter nach Rodaun. 

 

     
 

 
 

Kahlenbergerdorf

 
     
 

Der Ausgangspunkt dieser Weitwanderung liegt am nördlichen Rand von Wien am rechten Ufer der Donau zwischen dem Nußberg und dem Leopoldsberg. Der Leopoldsberg hieß bis 1693 Kahlenberg und ist nicht mit dem jetzigen benachbarten Kahlenberg zu verwechseln.

 
     
     

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Kahlenbergerdorf vom "Nasenweg"   Leopoldsberg
     

Der "Nasenweg" ist ein architektonisch ausgestalteter, asphaltierter Fußweg mit Treppen, Aussichtsplattformen, Bänken und einem Obelisken, Der Weg führt teilweise über historische Rampen und Stiegenanlagen vom Kahlenbergerdorf steil hinauf auf den Leopoldsberg. An die 250 Hm sind bis zur Burg zu bewältigen.

 

Der jetzige Leopoldsberg hatte auch kurze Zeit eine Bergbahn. Zur Zeit der Weltausstellung in Wien, im Jahr 1873, wurde eine Standseilbahn auf den Leopoldsberg errichtet, die aber nach kurzer Zeit wegen technischer Probleme und auch in Konkurrenz zur benachbarten  Zahnradbahn auf den Kahlenberg eingestellt werden musste. 

     
     
 

 
 

Josefinenhütte

 
     
 

Vom Leopoldsberg sind es nur wenige Gehminuten hinunter zum Sattel, wo die ehemalige traditionelle Josefinenhütte aus den 1930er Jahren, jetzt "Hütte am Weg", steht. Nach seiner Renovierung wird das Haus nun  von deutschen Betreibern als Restaurant weitergeführt.

 
     
 

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Kirche Kahlenberg   Stefaniewarte
     

Der 484 m hohe Kahlenberg ist der bekannteste Aussichtspunkt auf Wien. Bei der zweiten Türkenbelagerung im Jahr 1683 wurde die Stadt von hier aus vom Entsatzheer befreit, woran die Kirche am Gipfel erinnert. Hier war auch die Endstation der legendären Zahnradbahn. Heute kann man sich auch mit modernen Linienbussen heraufführen lassen.

 

Nur zehn Minuten vom Trubel des Touristenzentrums entfernt steht die 22 m hohe Stefaniewarte. Sie wurde im Jahr 1887 erbaut und verdankt ihren Namen Kronprinzessin Stefanie von Belgien, der Gemahlin von Kronprinz Rudolf. Heute ist die Stefaniewarte als Aussichtsturm zugänglich und bietet allen, die hoch hinaus wollen, eine großartige Sicht auf Wien.

     
     
 

 
 

Höhenstraße

 
     
 

Bald nach der Stefaniewarte quert der Weitwanderweg die Höhenstraße. Diese neun Kilometer lange Panoramastraße, in der Zwischenkriegszeit erbaut, führt zu den  Ausgangspunkten für lohnenswerte Wanderungen durch den Wienerwald, wie u. a. zum Cobenzl, Dreimarkstein, und natürlich zum Kahlenberg und Leopoldsberg.

 
     
 

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Beim Vogelsangberg   Jägerwiese - Agnes Bründl
     

Nach der Sulzwiese, wo es auch eine Einkehrmöglichkeit gibt, in Richtung Vogelsangberg wandernd, gibt es keine asphaltierten Wege mehr und es kehrt, zumindest an Wochentagen, Ruhe ein. Auf angenehmen Forstwegen kann man zügig, ohne nennenswerte Steigungen, durch den weitgehend unter Naturschutz stehenden Mischwald voranschreiten.

 

Spätestens auf der Jägerwiese, beim "Gasthof zum Agnesbründl", sollte man eine Rast einlegen, bevor man zum Gipfelgang Richtung Hermannskogel aufbricht. Die Wiese lädt ein zum Rasten und auch das Lokal ist empfehlenswert. Eine steilere und eine flachere, aber längere Route, führt hinauf zum höchsten Punkt der "Stadt Wien", dem Hermannskogel.

     
     
 

 
 

Hermannskogel (542 m)

 
     
 

Mit einer Höhe von 542 m ist der bewaldete Hermannskogel, im Mittelalter noch bis oben hin mit Weingärten bedeckt, der Hauptgipfel des Kahlengebirges und der höchste Berg  der "Stadt Wien". Im Jahr 1888 wurde die 27 m hohe Habsburgwarte am Hermannskogel errichtet und ein Jahr später eröffnet. Leider ist dieser Bau nun durch eine Unzahl von Funkeinrichtungen stark entstellt.

 
     
 

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Der Bärlauch blüht   Höhenstraße
     

Sowohl im Anstieg, als auch im Abstieg Richtung "Grüass Di a Gott Wirt" sind im Frühjahr die vom Kamm abfallenden Hänge von Bärlauch übersät. Vor allem im Licht- und Schattenwechsel ein traumhaftes Bild. Der Abstieg führt über eine Forststraße hinunter zur Höhenstraße.

 

Noch einmal begegnet man der Höhenstraße beim "Grüass Di a Gott Wirt" an der Kreuzung, wo eine Straße von Sievering herauf und nach rechts Richtung Weidling-Klosterneuburg hinunterführt. Dann aber geht es hinüber zum Dreimarkstein und zum "Häuserl am Roan".

     
     
 

 
 

Häuserl am Roan

 
     
 

Einer der Klassiker unter den "Wienerwaldhütten" ist das "Häuserl am Roan", in den Jahren 1928/29 erbaut. Es gab einige Zeit sogar eine Art Wintersportzentrum und es wurde dort auch flott Schi gefahren. Die Höhenstraße erreicht beim "Häuserl am Roan" ihren höchsten Punkt.

 
     
 

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Über das Hameau   Rotes Kreuz
     

Es ist die stillste Etappe dieser Tour, vom "Häuserl am Roan" über das "Hameau" zum Exelberg. Das "Hameau" (deutsch: "Weiler"), auch "Holländerdörfl" genannt, bestand ursprünglich aus 17 kleinen Hütten. Die Anlage wurde 1782 von Graf von Lacy zu Jagdzwecken errichtet. Es sind jedoch nur mehr wenige Reste zu sehen.

 

Beim "Roten Kreuz" überquert man die von Neuwaldegg kommende Exelbergstraße. Hier wurde als eine der frühesten Motorsportveranstaltungen Österreichs am Pfingstsonntag, dem 21. Mai 1899, das erste Exelbergrennen ausgetragen. Auch heute noch ist diese Strecke vor allem bei Motorradfahrern sehr beliebt, aber es gibt regelmäßig schwere Unfälle.

     
     
 

 
 

Sophienalpe

 
     
 

Bald ist man drüben auf der Sophienalpe, die von Kaiser Franz-Joseph für seine Mutter, die Erzherzogin Sophie, als ländlicher Sommeraufenthalt geschaffen wurde. Bereits Ende des vorvorigen Jahrhunderts wurde die Liegenschaft zum "Einkehrgasthof und Meierei Sophienalpe" umgebaut.

 
     
 

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Rieglerhütte   Hühneridylle beim Schottenhof
     

Ab jetzt geht es größtenteils bergab. Der Weg zur Rieglerhütte ist zum Teil steil und schottrig. Ein großer Teil der ehemaligen Trasse der Standseilbahn zur Sophienalpe ist heute noch als solche erkennbar und wird vom Stadtwanderweg benutzt.

 

Nach der Rieglerhütte geht es ein Stück bergauf um dann eher flach durch den Schottenwald Richtung Schottenhof hinüberzuführen. Dort gibt es einen Reitstall und auch landwirtschaftliche Produkte, sowie glückliche Hühner.

     
     
 

 
 

Gaststätte Schottenhof

 
     
 

Schon unter Heinrich Jasomirgott kam der Schottenforst im Westen Wiens in den Besitz des Klosters. Inmitten des Waldes ließ der Schottenabt im ausklingenden Biedermeier einen neuen Gutshof errichten, den Schottenhof. Die Gaststätte Schottenhof ist die letzte Einkehrmöglichkeit vor Hütteldorf.

 
     
 

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Jubiläumswarte   Abstieg nach Hütteldorf
     

Die Jubiläumswarte am Gallitzinberg war ursprünglich aus Holz. Nach Sturmschäden wurde dort ein eiserner Turm hingestellt, der zum 50. Regierungsjubiläum von Kaiser Franz Josef erbaut worden war.  Der heutige neue Turm ist 31 Meter hoch und aus Beton. An schönen Tagen kann man von dort aus über ganz Wien, sowie bis zum Schneeberg und zur Rax sehen.

 

Nach der Warte über einen Waldweg zur Kordonsiedlung, wo man noch einen letzten guten Blick zwischen Schrebergartenhäusern über die Steinhofkirche Richtung Wien hat. Am Satzberg entlang der Markierung hinunter, das letzte Stück nach Hütteldorf kann man mit Bus zurücklegen. Nach Überquerung des Wientals in der Nähe des Bahnhofs beginnt beim Nikolaitor des Lainzer Tiergartens die zweite, etwas kürzere Etappe.

     
     
 

 
 

Nikolai Tor (Lainzer Tiergarten)

 
     
 

Nach der etwas mühseligen Überquerung des Wientals kommt man am Ende der Auhofstraße zum Nikolaitor. Diese Weitwanderung verläuft ab hier meist auf den markierten Wegen des Wiener Weitwanderweges bzw. des Weges "Rund um den Lainzer Tiergarten".

 
     
 

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Markwardstiege   Am Himmelhof
     

Zuerst der Mauer entlang, zweigt bald ein Fußweg von der Straße ab und führt allmählich steigend zu einer Querstraße, wo die Tiergartenmauer ihr erstes Eck schlägt. Hier geht es rechts steil über die an die 400 Stufen hohe Markwardstiege hinauf zum Himmelhof.

 

Der Himmelhof ist eine bekannte Aussichtswiese am Rande des Lainzer Tiergartens im 13. Wiener Gemeindebezirk, wo früher auch Wintersport betrieben wurde. Von 1949 bis 1980 gab es hier auch eine Skisprung-Schanze. Schneearme Winter und die veraltete Anlage führten zur Einstellung des Sprungbetriebes.

     
     
 

 
 

Zwischen "Wildsau" und "Lindwurm"

 
     
 

Überraschend schnell geht es im Waldbereich der Mauer entlang, einige Gräben querend, zum Adolfstor. Man begegnet hier nicht nur Wanderern, sondern auch vielen Mountainbikern. Dann kommt man wieder in ein Siedlungsgebiet, wo zwei bekannte Lokale zum Rasten einladen.

 
     
 

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Heuriger "Wildsau"   Gasthof "Lindwurm"
     

Die an der Tiergartenmauer gelegene Heurigenschenke "Zur Wildsau" bietet aus ihrem ruhigen Gastgarten einen einzigartigen Blick über Wien mit allen seinen Sehenswürdigkeiten wie u.a. Schloss Schönbrunn, Riesenrad und Stephansdom.

 

Der etwas unterhalb der Mauer gelegene Gasthof "Lindwurm", etwa zehn Minuten von der "Wildsau" entfernt, bietet ganztägig warme Küche, sowie Parkplätze, einen Kinderspielplatz und auch einen Kinderschilift.

     
     
 

 
 

St. Veiter Tor

 
     
 

Vom St. Veiter Tor bis zum Lainzer Tor macht der markierte Weg eine Schleife über den Hörndlwald. Es ist jedoch möglich rechts abbiegend, entlang der Mauer und vorbei am  Josef Afritsch Heim über den kleinen Ring und die Hermesstraße kürzer und abwechslungsreicher zum Lainzer Tor zu wandern.

 
     
 

 
 

Seerosenteich Afritsch Heim

 
     
 

Das ehemalige nur mit wenig Regenwasser gefüllte Freibad des Josef Afritsch Heimes wurde von einer Unzahl von Amphibien als Laichplatz benutzt, war aber durch die Steilwände eine Todesfalle für die Tiere. Mit Schotter aufgefüllt und abgeschrägten Wänden  hat es sich nun zu einem echten Biotop entwickelt.

 
     
 

 
 

Lainzer Tor

 
     
 

Nach dem Lainzer Tor, wo es noch die Möglichkeit gibt sich zu stärken und seinen Flüssigkeitshaushalt in`s Lot zu bringen, gibt es dann eine kleinere "Durststrecke". Durch Siedlungsgebiet auf asphaltierten Gehsteigen quält man sich hinauf zur Wittgensteinstraße und dort rechts bis zu deren Ende.

 
     
 

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Am Ende der Wittgensteinstraße   Gasthof Schießstätte
     

Am Ende der Wittgensteinstraße taucht man wieder entlang der Tiergartenmauer in das Waldgebiet ein. Der Maurer Wald  ist ein äußerst beliebtes Naherholungsgebiet mit vielfältigen Sportmöglichkeiten, vor allem ein gutes Orientierungslaufgelände für Anfänger. Treffpunkt ist meist die Schießstätte.

 

Hier auf der Schießstätte kann man gut rasten. Dann geht es schon weiter zu einem der ältesten Bergbaugebiete. Innerhalb der Juraklippe auf der Antonshöhe befinden sich schräg einfallende Hornsteinschichten. Sie wurden durch bis zu 10 m tiefe, senkrechte Schächte von oben durchstoßen. I

     
 
Neolithischer Steinbruch   Pappelteich
     

Schon im Neolithikum (5500 - 2200 v. Chr.) wurde im Maurerwald bei der Antonshöhe Bergbau betrieben. Bei einer Sprengung zur Gewinnung von Straßenschotter wurden im Jahr 1924 u. a. prähistorische Knochen und Werkzeuge gefunden. Es wurde hier Feuerstein  und Hornstein abgebaut.

 

Der Pappelteich wurde schon im Zweiten Weltkrieg als Schwimm- und Löschteich verwendet, aber schon lange vorher gab es dort eine natürliche Wasserstelle. Die Wasseroberfläche ist von Seerosen bedeckt und in der Nähe des Teiches wachsen Schwertlilien.

     
 
Wotrubakirche   Wotrubakirche
     

Nach den steinzeitlichen Relikten und dem Biotop Pappelteich sollte man sich noch die abseits der Touristenströme gelegene Kirche "Zur Heiligsten Dreifaltigkeit" in Wien-Mauer anschauen, das größte künstlerische Vermächtnis des Wiener Bildhauers Fritz Wotruba.

 

Fritz Wotruba, geboren am 23. April 1907 in Wien,  war einer der bekanntesten Bildhauer des 20. Jahrhunderts. Nach der Ausbildung zum Graveur und Studium bei Anton Hanak emigrierte er in die Schweiz. Ab 1945 war er Professor an der Akademie der bildenden Künste in Wien.

     
     
 

 
 

Abstieg nach Rodaun

 
     
 

Dann neigt sich auch diese, zugegeben etwas längere Wanderung, dem Ende zu. Durch Weingärten führt der Weg bergab zum Friedhof Kalksburg und sich rechts haltend kommt man zur Breitenfurterstraße. Geradeaus, den Liesingbach querend in Richtung Kirche und dann links in einer Viertelstunde zur Endstelle der Straßenbahnlinie 60 bzw. zum Gasthof Bierprinz.

 
     
   
 

Perchtoldsdorfer Bierprinz bei 60er Endstation Rodaun, Beethovenstraße 32, 2380 Perchtoldsdorf

 
     
 

Die Gesamtgehzeit dieser Weitwanderung (ohne Pausen und Extraschleifen) ist schwer anzugeben. Sie wird je nach Ausdauer zwischen 8 und 9 Stunden liegen. Selbstverständlich kann man diese Wanderung auch in Etappen gehen, bzw. auch nur Einzelziele dieser Route ansteuern. Der Vorteil liegt in der guten Erreichbarkeit aller Destinationen durch die öffentlichen Verkehrsmittel der Stadt Wien.

 
     

Für die Wanderung ist die entsprechende ÖK 1 : 50 000 zu empfehlen oder überlappende Ausdrucke über Amap desselben Maßstabes. Auch der Stadtplan von Wien kann gute Dienste leisten.

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