ZAHNRADBAHN

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HOCHSCHNEEBERG

 

 

Am Bahnhof Puchberg steigt man aus der von Wr. Neustadt kommenden Schneebergbahn in die Zahnradbahn um. Für Bergwanderer, die mit Autos anreisen, stehen genügend Parkplätze im Bahnhofsbereich Puchberg zur Verfügung. Es ist jedoch auch möglich bei der Station Schneebergdörfl zuzusteigen, falls man die Absicht hat nach der geplanten Schneebergtour über das Mieseltal abzusteigen und noch beim Zwinz einzukehren.

 

 

Über Wiesengelände geht es von Puchberg zur Station Schneebergdörfl und auf der steiler werdenden Trasse in den Osthängen des Hengst hinauf in den Waldbereich. Hier im Bild zu sehen ist eine noch anfangs eingesetzte Mischgarnitur Salamander als Schubfahrzeug mit den alten Personenwagen.

 

 

Idyllisch schlängelt sich der Schienenstrang durch den Hochwald. Die Länge der Zahnradbahnstrecke beträgt 9,7 km, der Höhenunterschied Puchberg bis zur Bergstation 1218 Hm. Bei einer Höchststeigung von 20% durchfährt die Bahn Wiesen-, Wald- und Latschengürtel bis zur Endstation beim Berghotel.

 

 

Die neuen Salamandergarnituren, mit Dieselmotoren ausgestattet, gleiten fast lautlos den Berg hinauf. Konnte man beim Wandern auf der parallel verlaufenden Forststraße früher langsam entgegenkommende oder nachfolgende Dampfgarnituren schon Minuten früher hören, so wird man jetzt von den Zügen förmlich überrascht.

 

 

Nach der Station Hauslitzsattel, die auch vom Schneebergwirt Zwinz im Schneebergdörfl auf einem Waldweg gut erreichbar ist, ist bei der Station Hengsthütte der zweite Halt. Bis hierher werden auch im Winter Sonderfahrten durchgeführt. Die auf ca. 1000 m Seehöhe liegende Hütte besticht durch ihre Lage und die hervorragende und freundliche Bewirtung.

 

 

Der traditionelle etwas längere Aufenthalt bei der Station Baumgartner, obwohl der Salamander-Triebwagenzug kein Wassernachtanken mehr benötigt, ist zum Einkehren in die Gastwirtschaft und zum Einkauf und Verzehr der legendären "Schneebergbuchteln" vorgesehen. Man sollte jedoch nicht das eindeutige Pfeifsignal des Zuges, das die Weiterfahrt ankündigt, überhören!

 

 

Die alten noch aus der Zeit der Bahneröffnung (1897) stammenden Dampflokomotiven mussten hier eigens aus dem Tal heraufgebrachtes Wasser nachtanken. Etwa vier bis fünf Kubikmeter Wasser und eine halbe Tonne Kohle benötigt eine Lok für Berg- und Talfahrt.

 

 

Die als Nostalgiezüge für Sonderfahrten immer noch eingesetzten Dampfgarnituren brauchen etwa 90 Minuten für die Bergfahrt. Der planmäßig verkehrende Salamander mit Dieselmotor schafft es (inklusive der Buchtelpause) in einer Stunde. Ein Stück Romantik ist jedoch mit der Einschränkung des Dampfbetriebes verloren gegangen.

 

 

Weithin sichtbar und bei entsprechenden Windverhälnissen auch hörbar war das "Emporschnauben" der alten Dampfgarnituren. Auch die ruckelnde Fahrweise war ein echtes Markenzeichen, wenn auch für Rückenvorgeschädigte nicht immer angenehm.

 

 

Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben. Der Zug ist weg! Es gibt aber gerade ab hier auch viele schöne Möglichkeiten den Schneeberg zu Fuß zu erkunden. Unter anderen sind die beiden Grafensteige für ausdauernde Geher ideal zur Umrundung des Schneebergs oder als Zugänge zu den Gipfelsteigen.

 

 

Bei der Auffahrt zum ersten Tunnel kommt der Zug aus dem noch eher windgeschützten Waldbereich in den Latschenbereich. Spätestens ab hier kann der nicht so bergkundige Wanderer bereits erahnen, was ihn oben erwartet. Der Schneeberg, als letzter 2000er der Ostalpen, ist sehr windanfällig und auch der kurze Spazierweg zum Damböckhaus kann bei Schlechtwetter alpinen Charakter zeigen.

 

 

Als die Bahn noch Winterbetrieb hatte, fuhren die Züge auch im Hochwinter oft bis zum ersten Tunnel. Dicht aneinandergepresst in den 10er-Abteilen der alten Personenwagen, die Scheiben voll beschlagen, Rucksäcke am Schoss und die Schier unter den Sitzen, ruckelte uns der Zug bis zum ersten Tunnelportal. Ab hier begann das Wettrennen: 450 Hm zum noch eine gute Stunde entfernt liegenden Schneeberggipfel. Oft in ungespurtem Neuschnee wühlten sich alle bergwärts und wollten die ersten sein bei der Einfahrt in die Ries oder in den Wurzengraben.

 

 

Der zweite Tunnel ist etwas kürzer als der untere, doch durch die Höchststeigung von 20% und das vor allem bei den Dampfzügen dadurch wesentlich geringere Tempo im Tunnelbereich, dauert die Durchfahrt scheinbar lang. Hat sich dann Rauch und Dampf  bei der Ausfahrt verzogen, empfängt den Reisenden ein überwältigender Panoramablick.

 

 

Das Erreichen der Bergstation ist für alle ein Erlebnis. Wer schon vor Antreten der Fahrt sich die Wartezeit im Gasthof zur Schneebergbahn in Puchberg mit einem vorgezogenen Gipfelumtrunk verkürzt hat, ist aufgrund fehlender Bedürfnisanlagen in den Zügen oft noch glücklicher über das Erreichen der Bergstation.

 

 

Die Kaiserin Elisabeth Kapelle neben der Bergstation wurde zum Gedächtnis an die 1899 ermordete Kaiserin "Sissy" im Jahr 1901 errichtet und wird von vielen Touristen besucht. Das gleichzeitig mit der Bahn gebaute Schneeberghotel wurde von den Bergsteigern, die vor allem gute Hüttenatmosphäre schätzen, nicht so sehr angenommen.

 
 

Nur wenige Minuten geht man fast eben auf einem breiten Weg von der Bergstation zum gastlichen Damböckhaus. Ob als  kurzer Zwischenstopp, als Tagesziel ("Die Hütte ist das Ziel") oder, um oben das Wochenende mit Freunden zu verbringen, am Damböckhaus darf man nicht vorbeigehen. Die entlang des Weges angebrachte Stangenmarkierung ist nicht nur im Winter eine Hilfe. Auch im Hochsommer bei Schlechtwetter (Nebel, Schneetreiben, Gewitter oder Wettersturz) kann sie wertvolle Dienste leisten.

 

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